Wie wird Wohnen günstig?

Eimsbüttels neuer Bezirksamtsleiter Kay Gätgens setzt auf viele Baugenehmigungen, mehr Sozialwohnungen und Erhaltensverordnungen, um den Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt zu dämpfen. Foto: cv

Interview mit Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (SPD)

Carsten Vitt, Eimsbüttel

Hamburg genehmigt jährlich mehr als 10.000 neue Wohnungen, aber hohe Mieten in begehrten Vierteln machen immer mehr Menschen zu schaffen, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Als vormaliger Baudezernent kennt Eimsbüttels neuer Bezirkamtsleiter Kay Gätgens die Probleme. Das Elbe Wochenblatt sprach mit ihm darüber, was Eimsbüttel für günstige Wohnungen tun kann.

Elbe Wochenblatt: In Eimsbüttel werden jährlich etwa 1.200 Wohnungen genehmigt, aber im Schnitt sind nur etwa acht Prozent davon günstige Sozialwohnungen. Wie und wo soll sich das ändern?
Kay Gätgens: Aufgrund der Rahmenbedingungen von Eimsbüttel ohne größere städtischen Flächen ist es leider schwierig, den öffentlich geförderten Wohnungsbau bei allen Vorhaben durchzusetzen. Eimsbüttel unternimmt große Anstrengungen, um den Anteil zu vergrößern. Mit acht Prozent öffentlich geförderter Wohnungen erhöhen wir immerhin den derzeit bestehenden Anteil.
Aktuelle Projekte mit öffentlich geförderten Wohnungen sind beispielsweise für die Kieler Straße/ Paciusweg, am Sportplatzring, an der Süderfeldstraße oder am Luruper Weg geplant.

EW: Probleme bekommen vor allem Menschen mit wenig Geld, weil in den kommenden Jahren bei etwa 2.500 Wohnungen Garantien auf günstige Mieten wegfallen, massiv in Lokstedt und Eidelstedt. Dann sind Mieterhöhungen möglich – wie ist die drohende Verdrängung zu verhindern?

Gätgens: Einerseits durch den konsequenten Bau von Wohnungen, davon auch öffentlich geförderte, und andererseits sollen die Sozialen Erhaltungsverordnungen für Eimsbüttel, Hoheluft-West und Stellingen-Süd sowie für Eimsbüttel-Süd der Verdrängung entgegen wirken.

EW: Eimsbüttels Kerngebiet gehen allmählich die Flächen für neue Wohnungen aus – werden hier und in Lokstedt, Stellingen oder Eidelstedt bald Grünflächen und Parks zu Bauland?
Gätgens: Die Grünflächen und insbesondere die grünen Landschaftsachsen tragen im dichtbesiedelten Eimsbüttel erheblich zur Steigerung der Lebensqualität im Bezirk bei. Ich werde mich deshalb dafür einsetzen, diese nach Möglichkeit von Bebauungen freizuhalten.

EW: Aktueller Versuch, online einen Termin im Kundenzentrum zu bekommen: In Eimsbüttel gibt es einen in sechs Wochen, in Lokstedt in gut acht Wochen – wann wird das besser?

Gätgens: Die Vorlaufzeiten für einen Termin haben sich schon deutlich reduziert, wenngleich die Wartezeit noch immer zu lang ist. Da nahezu alle Stellen besetzt sind und die neuen Kolleginnen und Kollegen zunehmend besser eingearbeitet sind, ist von einer weiteren Entspannung der Situation auszugehen. Kunden mit einem online gebuchten Termin können in den Kundenzentren innerhalb von fünf Minuten ihren Termin wahrnehmen.

Kurzbiografie
Kay Gä̈tgens (54) stammt aus Schnelsen und lebt dort mit seiner Familie. Nach dem Abitur lernte er Stahlbetonbauer und studierte anschließend Architektur und Stadtplanung mit Stationen in Hamburg und New York. Seit 2001 arbeitet Gätgens im Bezirksamt Eimsbüttel, er leitete das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung und war zuletzt Baudezernent. Im Dezember wählte ihn die Bezirksversammlung mit knapper Mehrheit. „Meine neue Rolle werde ich mit viel Leidenschaft für Eimsbüttel wahrnehmen. Insbesondere freue ich mich darauf, den Bezirk, in dem ich schon lange lebe und arbeite, nun an maßgeblicher Stelle gestalten zu können“, sagte Gätgens nach seinem Amtsantritt im Januar. CV
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