Wie Bürger in Lokstedt Flüchtlingen helfen

Für die Kinder gibt es dank Freiwilliger nachmittags ein paar Stunden Abwechslung vom Alltag: Nelly Kettner (r.) mit Familie Sakaeev (Name geändert) aus Dagestan im Spielcontainer der Unterkunft Lokstedter Höhe.

Im Containerdorf Lokstedter Höhe engagieren sich 30 Ehrenamtliche

Kaum ist sie da, wird Nelly Kettner von Kindern umringt. Jungen und Mädchen begrüßen die Besucherin, umarmen und herzen sie. „Spielen wir jetzt?“, fragt einer nach dem anderen. Nelly Kettner gehört schon dazu zum Leben im Flüchtlingsdorf an der Lokstedter Höhe.
Die ehemalige Lehrerin ist eine von knapp 30 Ehrenamtlichen, die den Familien in der Unterkunft den Alltag erleichtern – so wie Familie Sakaeev (Name geändert) aus Dagestan. Die Eltern mit ihren vier Kindern (zwei bis 13 Jahre alt) sind seit gut vier Monaten im Containerdorf untergebracht. Sie fühlen sich dort gut aufgehoben. „Schön wäre es, wenn wir bleiben und in eine Wohnung umziehen können“, sagen die Eltern. Der zweijährige Mika spielt im Wohncontainer noch auf dem Tabletcomputer herum, dann flitzt er raus und wühlt wenig später im Spielraum in der Playmo-Kiste. Die Ehrenamtlichen sind alle da, nun beginnt das Nachmittagsvergnügen.
Am Eingang sucht Reinhard Grawunda mit Kindern ihre Namensschilder heraus. Britta Lübke rührt Leim zum Basteln an, Kinder wuseln umher zwischen Tisch, Spielzeugecke und Erwachsenen. Etwa ein Dutzend Jungen und Mädchen sitzt am Tisch und klebt konzentriert bunte Papierschnipsel auf Luftballons – jetzt werden Laternen gebastelt.
Unter den Helfern sind auch drei Schülerinnen: Anni Räth, Antonia Collier und Annemieke Jansen (alle 13). Sie kommen aus Eimsbüttel, Lokstedt und Stellingen und sind gern hier, um mit den Kindern Zeit zu verbringen. „Es ist schön, wenn wir merken, dass es den Kinder Spaß macht“, sagt Annemieke. Wie die Erwachsenen haben sie viele Schützlinge schon ins Herz geschlossen. „Die Kinder sind echt lieb, es haben sich schon Freundschaften entwickelt. Traurig ist es immer, wenn Familien nicht mehr da sind, weil sie abgeschoben wurden“, findet Antonia.


Die Gruppe der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsunterkunft Lokstedter Höhe ist mit einem Preis der Sozialbehörde und dem Bürgerpreis der Bezirksversammlung Eimsbüttel ausgezeichnet worden. Die etwa 30 Aktiven bieten an mehreren Wochentagen Betreuung im Spielcontainer, Ausflüge oder Singgruppen an. Zudem werden Flüchtlinge bei Behördengängen unterstützt, es gibt auch Sprachunterricht und Dolmetscherdienste von Freiwilligen. Auch am Grandweg, wo etwa 150 Flüchtlinge in Reihenhäusern leben, hilft die Gruppe.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.