Weihnachtsmänner zu Fuß und auf zwei Rädern

Hohoho: Weihnachtsmänner und -frauen unterwegs auf der Osterstraße. Etwa eine Stunde dauerte die Aktion, bei der eine Fahrbahnseite komplett abgesperrt war. Rechts am Transparant steht Peter Gutzeit, der für die Linke in der Eimsbütteler Bezirksversammlung sitzt. Foto: cvs

Osterstraße: Initiative „Kurs Fahrradstadt“ demonstriert gegen neue Fahrradwege

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel
Die Organisatoren erschienen in roten Mänteln und mit weihnachtlich geschmückten Fahrrädern: Am Sonnabend vor dem ersten Advent demonstrierte die Eimsbütteler Initiative „Kurs Fahrradstadt“ mitten auf der Osterstraße gegen den kürzlich fertiggestellten Straßenumbau (das Elbe Wochenblatt berichtete). Die Kritik der Initiative wendet sich gegen die neu eingerichteten „Radfahrschutzstreifen“, die nach Meinung der Demonstranten nicht sicher genug sind. „Wir wollen, dass der Verkehr in ruhigen Bahnen fließen kann“, sagte Kai Ammer, Initiator von „Kurs Fahrradstadt“. „Dazu benötigen die verschiedenen Verkehrsträger jeweils eigene, sichere Verkehrsräume“.
Innerhalb der vergangenen drei Jahre war die Osterstraße für rund sieben Millionen Euro umgebaut worden. Radwege wurden auf die Straße verlegt, Bürgersteige deutlich verbreitert. Etwa 100 Parkplätze sind im Zuge der Umgestaltung weggefallen.Um ihrer Forderung nach breiteren Radwegen Nachdruck zu verleihen, sperrten die etwa 100 Demonstranten eine Fahrbahnhälfte in Höhe der Schwenckestraße mit rotem Flatterband ab. Die Aktion, die rund eine Stunde dauerte, war zwar polizeilich genehmigt, sorgte aber doch für einige Verwirrung unter den Autofahrern. Erst mit Verzögerung und nach einigen Diskussionen mit den Radlern fanden die motorisierten Verkehrsteilnehmer den richtigen (Um-)Weg.
Unter den Passanten sorgte die auffällige Aktion für einige Aufmerksamkeit: „Als Mutter mit Kind fühle ich mich auf dem Radweg nicht sicher, da der Abstand zum Verkehr und zu den parkenden Autos viel zu dicht ist“, sagte Julia Austermann. Anders als bei „normalen“ Fahrradwegen (mit durchgezogener Linie) dürfen Autofahrer die Schutzstreifen (durchbrochene Linie) zum Ausweichen und sogar zum Halten verwenden. „Ich bin von Parkplatzsuchern schon mehrmals geschnitten worden und musste hart bremsen“, berichtete Radfahrer Wilfried Hartz. Viele Beteiligte sprachen sich für Tempo 30 aus, da man auf der Osterstraße „sowieso nicht schneller“ fahren könne.
Auf der unten genannten Webseite können sich Interessierte an einer Online-Petition beteiligen – 1.800 Menschen haben nach Angaben der Organisatoren bereits unterschrieben. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren und die öffentliche Dis-kussion auf die Weise am Laufen zu halten“, so Ammer.

❱❱ Online-Petition unter www.kursfahrradstadt.wordpress.com
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6 Kommentare
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kai ammer aus Eimsbüttel | 06.12.2017 | 21:00  
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Christine Stecker aus Eimsbüttel | 07.12.2017 | 08:19  
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subVert skateschool aus Eimsbüttel | 07.12.2017 | 10:45  
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Philipp Bitting aus Eimsbüttel | 07.12.2017 | 11:19  
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Christine Stecker aus Eimsbüttel | 08.12.2017 | 07:05  
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kai ammer aus Eimsbüttel | 08.12.2017 | 10:53  
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