Weihnachtsfest mit Neu-Hamburgern

Geschenkeverteiler: Pastor Reinhard Brunner (hinten, Mitte) betätigt sich als Weihnachtsmann. (Foto: cvs)

Freikirche „Jesusfriends“ organisierte Feier mit Flüchtlingen in Lokstedt

Christopher von Savigny, Lokstedt

Im Gemeindehaus der Christ-König-Kirche ist ein Gewirr hunderter, verschiedensprachiger Stimmen zu hören. Die Gäs-te unterhalten sich, Kinder laufen zwischen Tischen und Stühlen umher, Musiker spielen auf Hackbrett, Violine und einer kleinen arabischen Trommel, die Darbuka heißt. Es weih-nachtet sehr – auch für die Flüchtlinge, die mehrheitlich aus Syrien, Afghanistan und dem Iran stammen, und die zurzeit in der Wohnunterkunft am Grandweg leben.
Und es gibt Geschenke für die Kinder: Freiwillige Spender hatten im Vorfeld rund 130 Päck-chen mit Spielzeug, Kleidung und Süßigkeiten gepackt. „Wir möchten den Kindern und Jugendlichen eine Freude machen und ihnen bei all den Schwierigkeiten, die sie hatten und haben, ein Gefühl der Geborgenheit schenken“, sagt Pastor Reinhard Brunner, der die Feier zusammen mit der evangelischen Freikirche „Jesusfriends“ und dem Unterkunftsbetreiber „Fördern und Wohnen“ organisiert hat.

Zainab: „Ich möchte wieder arbeiten gehen“

Das deutsche Weihnachten kommt gut an bei den Neu-Hamburgern – insbesondere für die Kinder ist die gemeinsame Feier ein aufregendes Erlebnis. „Wir fühlen uns hier sehr gut aufgenommen“, sagt die Syrerin Zainab nicht nur über die Atmosphäre im Gemeindehaus, sondern auch über die Stimmung im Stadtteil. Trotzdem nennt sie – wie alle hier – vorsichtshalber nur ihren Vornamen, weil sie Angst vor Fremdenfeindlichkeit hat.
Zainab ist mit ihrem Mann und ihrer vierjährigen Tochter vor gut einem Jahr in der Hansestadt angekommen. Sie ist ausgebildete Krankenschwester und spricht bereits relativ gut Deutsch. Kürzlich hat sie ein Praktikum im Krankenhaus Eppendorf absolviert. „Ich möchte wieder arbeiten gehen“, sagt sie.
Amer stammt ebenfalls aus Syrien und hat Frau und zwei Kinder (sieben und 13 Jahre) mitgebracht. „Ich bin Deutschland-Fan, seitdem die Deutschen 1990 Fußballweltmeister geworden sind“, grinst er. In Hamburg möchte er sich gerne mit einem eigenen Café oder einer Shisha-Bar selbständig machen. „Das wäre mein Traum!“, sagt er.
Schon bei einer Geschenkeaktion im vergangenen Jahr konnten die Organisatoren weit über 100 Päckchen verteilen, die von Bürgern gespendet wurden. Eine Fortsetzung für 2016 gilt als wahrscheinlich. „Ich finde das eine wunderbare Sache“, sagt Christine Mossner, Leiterin der Loksteder Unterkunft.
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