Was wird aus der Handelsschule Weidenstieg?

In der Diskussion für Wohnungsbau: Das Schulgebäude Telemannstraße 10 wird voraussichtlich 2015 aufgegeben.
Hamburg: Handelsschule Weidenstieg |

Umzugspläne: Schulbehörde gibt Gebäude voraussichtlich 2015 auf

Noch ist die Handelsschule Weidenstieg in Eimsbüttel, aber das Gebäude an der Telemannstraße 10 wird voraussichtlich in zwei Jahren aufgegeben. Die Schule zieht dann in schicke neue Räume auf St. Pauli: An der Budapester Straße entsteht derzeit ein Neubau, den sich das Wirtschaftsgymnasium St. Pauli und die Handelsschule Weidenstieg – H 5 genannt – teilen werden.
Was wird aus dem alten Schulgebäude an der Telemannstraße? Es gibt mehrere Überlegungen: Zum einen könnte das denkmalgeschützte Haus als Notquartier für andere Schulen genutzt werden. Zum Beispiel, wenn an einer Schule gebaut wird. Zum anderen ist es denkbar, dass der Gründerzeitbau für Wohnungen umgewidmet wird. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, heißt es aus der Schulbehörde.
Das zweite H5-Gebäude in der Schwenckestraße 91-93 wird recht sicher für Wohnungen zur Verfügung stehen: Bereits 2012 teilte Schulbau Hamburg das der Bezirkspolitik mit. Sanierung? Verkauf? Vermietung? Alles offen.
Klar ist hingegen, dass in beiden Gebäuden für jede andere Nutzung eine Menge gemacht werden müsste – denn beide Häuser sind stark sanierungsbedürftig.
So oder so: In der Bezirkspolitik würde man neue Wohnungen in zentraler Lage im Viertel gern sehen. Aber sie sollten bezahlbar sein, heißt es von Vertretern der rot-grünen Mehrheit. Könnte schwierig werden: Ein baufälliges Gebäude, hohe Investitionen – klingt kaum danach, dass das die Stadt übernimmt.
Baut ein privater Investor, dürfte es kaum auf günstige oder gar Sozialwohnungen hinauslaufen. Ein Beispiel: Die ehemalige Volksschule in der Schwenckestraße 98-100 wurde vor zwei Jahren zu Wohnungen umgebaut – dort sind aber hochpreisige Eigentumsdomizile entstanden.


Hintergrund: Handelsschule Weidenstieg


Die Handelsschule Weidenstieg (H 5) musste 2006 nach Jahrzehnten aus ihrem angestammten Gebäude im Weidenstieg 29 ausziehen. Das Haus war stark von Schwamm befallen. In der ehemaligen Haupt- und Realschule Telemannstraße kam die H5 unter. Bereits Ende der 80er Jahre war der Berufsschulzweig im Gebäude Schwenckestraße 91-93 eingezogen.
Das Gebäude Telemannstraße ist mehr als 100 Jahre alt, dort eröffnete 1911 eine Volksschule. Ab 1919 wurden Mädchen und Jungen zusammen unterrichtet, die Telemannstraße war eine Versuchsschule der Reformpädagogik. Die Einrichtung galt im Viertel als „rote Schule“, weil viele Schüler aus Arbeiterfamilien oder dem kommunistischen Milieu stammten.
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