Was macht den Buddhismus so attraktiv?

Was hat der Buddha uns zu sagen? Forscher Michael Zimmermann mit einer Statue von Maitreya – das soll der fünfte Buddha sein, der auf die Welt kommen wird. Foto: cv
Eimsbüttel – Meditation, Entspannung, bewusst Körper und Geist betrachten, sich selbst erfahren: Lehren und Konzepte aus dem Buddhismus liegen im Trend. Hamburg gilt als die Hauptstadt der Buddhisten in Deutschland. Aber was macht für Europäer den Reiz der aus Indien stammenden religiösen Lehren aus? Das Wochenblatt fragte den Buddhismus-Forscher Michael Zimmermann, der einen internationalen Experten-Kongress an der Universität Hamburg mit vorbereitet hat.

Wochenblatt: Westliche Kirchen kämpfen gegen den Mitgliederschwund, buddhistische Zentren haben in Hamburg starken Zulauf. Was macht den Buddhismus so attraktiv?
Zimmermann: Der Buddhismus kennt keine religiösen Dogmen, also Glaubensinhalte, die angenommen werden müssen, um dazuzugehören. Der Reiz liegt darin, konkrete spirituelle Wege aufzuzeigen. Die Faszination des Fremden spielt sicherlich auch eine Rolle.

WB: Was können wir vom Buddhismus lernen?
Zimmermann: Zum Beispiel Achtsamkeit, ein uraltes Konzept des Buddhismus, mit dem sich der Kongress beschäftigt.

WB: Was heißt das?
Zimmermann: Nehmen Sie die Meditation: Man kann seinem Körper und seinen Gefühlen gegenüber achtsam und aufmerksam sein, um Schlüsse über sich selbst zu ziehen und schlechte Gewohnheiten abzustellen. Jon Kabat-Zinn hat das zu einer Anti-Stress-Methode weiterentwickelt, die in Medizin und Therapie erfolgreich angewendet wird.

WB: Sind Buddhisten bessere Menschen?
Zimmermann: Nein. Wie in jeder Religion geht es auch im Buddhismus darum, das, was in den Schriften steht, im Alltag umzusetzen: Liebe, Mitgefühl und aktive Hilfe. Das gelingt manchen Menschen besser als anderen, unabhängig von der Religion, der sie sich zurechnen.
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Johan Liebert aus Veddel | 23.09.2011 | 20:31  
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