Was können Anwohner gegen Baulärm machen?

Laute Baustellen nerven, aber Anwohner müssen nicht alles ertragen und können sich wehren ­– das Elbe Wochenblatt gibt Tipps.

Beschwerde, Messungen, Mietminderung – eine Übersicht

In Hoheluft wird ein Bunker abgerissen, in Stellingen ist eine Großbaustelle, in Eimsbüttels engen Straßen wird fast dauernd irgendwo gebaut – Beschwerden über Lärm häufen sich derzeit. Was können Anwohner tun, um sich zu wehren? Das Elbe Wochenblatt hat nachgefragt.

Der Lärm einer Baustelle ist unerträglich – was können Anwohner tun?
Am besten zuerst mit den Verantwortlichen auf der Baustelle reden. Ändert sich nichts, das Beschwerdetelefon (428 40 33 28) beim Amt für Bauordnung und Hochbau anrufen. „Die Beschwerde wird dann aufgenommen und ihr wird im Rahmen der personellen Möglichkeiten zeitnah nachgegangen“, sagt Norbert Prick von der Stadtentwicklungsbehörde. Im Klartext: Hat ein Mitarbeiter Zeit, kümmert er sich drum. Kann aber auch dauern.

Müssen Anwohner alles ertragen?
Nein. Es gibt Lärm-Richtwerte. In reinen Wohngebieten darf der Lärmpegel 50 Dezibel nicht überschreiten. So laut ist zum Beispiel eine gewöhnliche Unterhaltung. In Gebieten mit viel Gewerbe und Industrie gelten 70 Dezibel als Grenze. Das entspricht etwa einer lauten Unterhaltung, Rufen oder einem vorbeifahrenden Auto.

Kontrollieren Behörden, wie laut Baustellen sind?
Kaum. Erst nach Beschwerden gibt es stichprobenartige Kontrollen und eventuell Messungen.

Warum gibt es so wenige Kontrollen?
Das Baurecht sieht das nicht vor. Zudem haben die Ämter nicht genug Personal.

Was müssen Baufirmen nach Beschwerden tun?
„Der Verursacher der Immissionen (Lärm, Staub) ist verpflichtet, diese weitestgehend zu reduzieren, um die zulässigen Richtwerte einzuhalten“, so Prick. Anwohner seien dabei nicht verpflichtet, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Messwerte werden außerhalb des Hauses ermittelt.

Und wenn alles nichts nützt?
Mietern bleibt noch die Möglichkeit, die Miete zu mindern (Details mit Mieterverein klären!) Vielleicht macht dann der Vermieter Druck beim Bauherrn ...
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