Was ist eigentlich Mediation?

Streiten will gelernt sein. Wenns nicht klappt, kann ein Schlichter versuchen, die Kontrahenten wieder zusammenzubringen. Mediator Matthais Pusch hilft den Konfliktparteien dabei, ihre eigene Lösung zu finden. (Foto: pr)

Interview mit dem Streitschlichter Matthias Pusch

Elbe Wochenblatt: Was macht eigentlich ein Mediator?
Matthias Pusch: Ein Mediator vermittelt zwischen Streitparteien. Er achtet darauf, dass das Gespräch zwischen den Streitenden fair und lösungsorientiert verläuft und hilft bei Verständigungsproblemen. Er spricht kein Urteil, auch keinen Schiedsspruch, sondern hilft den Konfliktparteien dabei, ihre eigene Lösung zu finden.

EW:Mit welchen Problemen oder Konflikten kommen Menschen zu einem Schlichter?
Pusch: Häufig handelt es sich um Konflikte bei Trennungen – da geht es um Unterhalt, das Umgangsrecht oder das Sorgerecht von Kindern. Aber auch Probleme in Betrieben (Spannnungen zwischen Geschäftsleuten oder in Teams), Nachbarschaftskonflikte und Erbstreitereien gehören zum Arbeitsfeld des Mediators.

EW:Gibt es Fälle, die Sie ablehnen müssen?
Pusch: Ja. Wesentliche Voraussetzung für Mediation ist die grundsätzliche Bereitschaft, sich achtungsvoll und fair einigen zu wollen, auf Augenhöhe miteinander zu sprechen. Wenn diese Voraussetzung nicht gegeben ist, hat Mediation keine Chance.

EW:Was können Streithähne bei einem Schlichter erreichen?
Pusch: Sie können für ihr Thema eine angemessene und faire Lösung finden, einen Vertrag miteinander schließen und dadurch ihre Gegenwart und Zukunft positiv verändern. Sie können Freunde bleiben – oder wieder werden.

EW: Macht Mediation Gerichte überflüssig?
Pusch: Teilweise ja. Wenn man es vorab schafft, eine vernünftige faire Einigung herbeizuführen, muss man nicht mehr zu Gericht ziehen. Das spart Nerven, Zeit und Geld. Bei Sachverhalten, die vor Gericht entschieden werden müssen – zum Beispiel bei einer Scheidung –, kann das Verfahren vereinfacht werden, wenn eine Vereinbarung in der Mediation erarbeitet wurde.

Zur Person: Matthias Pusch
Matthias Pusch ist seit 2010 als Mediator tätig. Zuvor war Pusch Polizeibeamter in Hamburg und Schleswig-Holstein, leitete Dienststellen mit bis zu 85 Mitarbeitern. Seine beruflichen Konflikterfahrungen haben ihn für das Thema Mediation sensibilisiert, so dass er gegen Ende seiner Berufszeit eine zertifizierte Ausbildung absolviert und begonnen hat, als Mediator zu arbeiten.
Pusch ist 61 Jahre alt, Vater dreier erwachsener Söhne und lebt in Eimsbüttel. Weitere Informationen zum Thema Mediation gibt es auf der Homepage www.fairtragen-statt-verklagen.de
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