Was bringen die neuen Kreuzungen?

Rollstuhlfahrerin Silke Dammann braucht ein seichtes Gefälle auf der Rampe zum Bus. Am Grindelhof geht es recht steil bergab, bei der neuen Kreuzung am Bezirksamt Eimsbüttel recht seicht.

Für Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte gibt es Verbesserungen – und für die anderen?

Von Carsten Vitt.
Silke Dammann braucht ein möglichst seichtes Gefälle, um bequem in den Bus rein und wieder raus zu kommen. Die Rollstuhlfahrerin zeigt, wo es am besten geht: An der Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel ist der Bordstein hoch, der Bus senkt sich seitlich ab. Rampe ausgeklappt, kaum Gefälle: Sie kommt gut rein und raus. Am Grindelhof war das schwieriger: Dort ist es ziemlich eng, der Bordstein niedrig, das Gefälle auf der Rollstuhlfahrerrampe steiler.
Die Station Bezirksamt Eimsbüttel ist so etwas wie der Mercedes unter den Bushaltestellen. Für etwa drei Millionen Euro wurde der Kreuzungsbereich zwischen Grindelallee / Hallerstraße / Beim Schlump umgebaut. Busse, Autos, Radfahrer und Fußgänger sollen hier gut vorankommen. Vor allem für Geh- und Sehbehinderte gibt es an den neuen Stationen Verbesserungen: hoher Bordstein (16 Zentimeter) für besseren Ein- und Ausstieg, Orientierungsstreifen für Sehbehinderte, akustische Signale an den Ampeln. So manche Hinweise sind allerdings nicht klar zu lesen: An manchen Stellen sind Gehwegplatten mit Noppen im Boden eineglassen, über deren Sinn Karsten Warnke vom Blindenverein grübelt. „Wir müssen noch herausfinden, was die zu bedeuten haben, das ist an jeder Ecke anders“, sagt er.
Schwerpunkt des Haltestellenumbaus ist derzeit die Linie 5: Hier sollen die Busse schneller vorankommen, dafür werden massiv Kreuzungen umgebaut.
Es gibt auch Kritik: Sowohl Autofahrer als auch Radler finden sich nicht immer zurecht im Wirrwarr der neuen Spuren. Mal Radfahrstreifen, mal Radweg auf dem Bürgersteig. „Planungswirrwarr“, so Dirk Lau vom Fahrradclub ADFC. Ein Beispiel: Der Radweg aus der Bogenstraße endet mitten auf der Kreuzung – vielen Radlern wird da ziemlich mulmig zwischen all den Autos. Der ADFC bemängelt zudem, dass insgesamt dem Autoverkehr wieder Vorfahrt gegeben wurde an der Kreuzung: „Wie so oft in Hamburg sollte dem Kfz-Verkehr nichts weggenommen werden, und das leider auf Kosten der Verkehrssicherheit für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer.“

Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Finden Sie sich zurecht auf der neuen Kreuzung Grindelallee / Beim Schlump oder auf einer anderen umgebauten Kreuzung? Was ist besser für Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer? Was ist schlechter als vorher?
Schreiben, faxen oder mailen Sie uns!
Wochenblatt-Redaktion
Stichwort „Kreuzung
Eimsbüttel“
Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg
Fax 040/85 32 29 39
E-Mail: post@wochenblatt-redaktion.de
Betreff: Kreuzung Eimsbüttel
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.