Wahlkampfthema „frühkindliche Bildung“ - Bürgerschaftspolitiker zu Kitas, Krippen und Ganztagsschulen

von links: Katharina Fegebank (Grüne); Mehmet Yildiz (Linke), Thorsten Peters (BEA), Ralf Niemers (CDU), Barbara Nitruch (SPD), Finn Ole Ritter (FDP)
  Hamburg: Eimsbüttel |

Der Bezirkselternausschuss Eimsbüttel (BEA) hatte eingeladen und diverse namhafte Bürgerschaftsabgeordnete kamen. Die Elternvertretung des Bezirks Eimsbüttel wollte vor der Bürgerschaftswahl von den Parteien erfahren, welche Vorstellungen die Politiker zur Qualität der Krippen, Kitas und GBS-Ganztagsschule haben.

Neben der Grünen Landesvorsitzenden Katharina Fegebank, waren Ralf Niedmers (CDU, Familienausschuss), Barbara Nitruch (SPD, Familienausschuss, SPD), Finn Ole Ritter (FDP, Jugendpolitische Sprecher) und Mehmet Yildiz (LINKE, Familienausschuss) gekommen, um über die Betreuung unserer Kinder in Krippe, Kita und GBS zu diskutieren (Anm.: Da die GBS-Schulen eine Kooperation der Schulen mit Jugendträgern u.a. Kitas sind, ist der BEA die Elternvertretung für alle Krippen, Kitas und die Nachmittagsbetreuung an GBS-Ganztagsschulen im Bezirk).

DIE GRÜNEN räumten ein unter schwarz-grün nicht genug für die frühkindliche Bildung getan zu haben. Nun wollten sie mehr Geld in Bildung investieren, auch in Kitas und Krippen. Die zusätzliche Investition müsse aber über mehrere Jahre gestreckt werden. Ziel sei eine Fachkraft-Kind-Relation von 1:4 bei den Krippen- und 1:10 bei Kita-Kindern. Katharina Fegebank forderte, die Verbesserungen müssten zunächst in sozial benachteiligten Gebieten eingeführt werden. Auch müsse der Beruf des Erziehers auch durch bessere Bezahlung attraktiver werden.

DIE LINKE möchte gern sofort eine deutlich bessere Ausstattung der frühkindlichen Bildung in allen Bereichen: Neben einer völligen Beitragsfreiheit forderte Mehmet Yildiz, dass das Personal aufgestockt werden vor allem für Migrantenkinder. Zudem müsse der Beruf des Erziehers attraktiver werden, durch einen höheren Lohn und durch ein Ausbildungssalär. Das Geld sei vorhanden, werde aber in den falschen Bereichen investiert.

Die CDU möchte ebenfalls den Betreuungsschlüssel auf 1:4 anheben und mehr Geld in die Frühkindliche Bildung investieren. Dies soll allerdings durch gestaffelte Elternbeiträge erfolgen. Ralf Niedmers erklärte, dass es vom SPD-Senat falsch gewesen sei, die Beitragsentlastung vor der Hebung des Qualitätsstandards umzusetzen. Das sei zu teuer. Für eine schrittweise Anhebung der Erzieherstellen in der Stadt benötige man für die ersten 300 Erzieher im Jahr 14 Mio. Euro.

Die SPD hält ihre Wahlversprechen für erfüllt. Für eine Nachbesserung bei Kitas und Krippen sei aktuell kein Geld da und es bestehe auch keine dringende Notwendigkeit. Optimierungsmöglichkeiten gebe es bei den organisatorischen Strukturen und Abläufe in den Einrichtungen. Barbara Nitruch berichtete von ihren Erfahrungen als Kitaleitung. Sie verwies auf die gute Entwicklung bei der Betreuung von Kindern, wünschte sich aber auch eine weitere langfristige Verbesserung des Systems.

Die FDP wünscht sich einen deutlich besseren Betreuungsschlüssel. Investitionen in die Frühkindliche Bildung zahle sich aus, da eine gute Bildung spätere Folgekosten mindere. Finn Ole Ritter verwies auf einen Haushaltsantrag, in dem 70 Mio. Euro gefordert würden, damit bis 2020 ein Betreuungsschlüssel von 1:4 in den Krippen erreicht werden könne. Die Stadt müsse die 20 Mio. Euro pro Jahr vom Bund als Zuschuss für die Betreuungsausgaben nutzen. So könnten 300 Erzieherstellen sofort finanziert werden.

Alle Gäste waren sich einig, dass die Hamburger Bildungsempfehlungeneine wichtige Grundlage für die qualitative Arbeit mit Kindern seien. Offen blieb, wie die Kitas bei der Umsetzung der Einführung unterstützt werden könnten und bezahlte Arbeitszeit für Erzieherinnen und Erzieher geschaffen werden kann.

Bei einer Publikumsfrage nach dem Kita-TÜV zeigten sich die Bürgerschaftsabgeordneten überrascht, dass die Möglichkeiten, eine Kita zu kontrollieren und bei schwerwiegenden Verstößen zu sanktionieren, selbst für die Kitaaufsicht nicht bzw. nur eingeschränkt möglich ist. Hier sahen die Anwesenden Handlungsbedarf.
Beim Thema Qualitätsentwicklung und -kontrolle wünschten sich alle Vertreter außer der LINKEN eine externe Kontrolle, die das Geld hierfür anderweitig n Kitas verwenden wollten.

Zum Abschluss waren die Themen Krippe und Kita Vorschule und GBS an der Reihe.
Katharina Fegebank (GRÜNE) sprach sich dafür aus, die Doppelstruktur von Vorschule und Kita-Brückenjahr zu erhalten. Zudem müsse die Kooperation zwischen Kita und Schule verbessert werden. Barbara Nitruch (SPD) war die Wahlfreiheit für die Eltern wichtig. Auf die geplante Reduzierung der Schulflächen angesprochen, gab Frau Nitruch an, dass es hier noch Klärungsbedarf gebe. Die GBS-Ganztagsschulen hätte teilweise noch Startschwierigkeiten. Mehmet Yildiz (LINKE) forderte, dass in den GBS-die Schulen und die Träger der Nachmittagsbetreuung mehr auf Augenhöhe miteinander reden müssten.
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