„Wackelhaus“ braucht neue Träger

Baustelle Müggenkampstraße/Langenfelder Damm: Derzeit sind dort nur „erschütterungsarme“ Arbeiten erlaubt. Das Haus im Langenfelder Damm 42 (hinten) bekam Risse, Schuld daran ist vermutlich der Neubau, der gerade hochgezogen wird.

Haus am Langenfelder Damm 42 muss teilweise saniert werden

Ein paar neue Träger einziehen und ein bisschen Kosmetik: Damit soll das Wackelhaus am Langenfelder Damm 42 gesichert werden. „Das Haus ist standfest, die Schäden lassen sich alle beheben“, sagt die Verwalterin Anke Friedel. Zur Erinnerung: Am 4. Mai standen Feuerwehr und Polizei vor der Tür. Einsturzgefahr, hieß es. Risse in Wänden und Decken hatten Mieter aufgeschreckt. Seitdem dürfen eine Wohnung im ersten Stock und ein Geschäft im Erdgeschoss nicht betreten werden. Was ist der Grund für den Schlamassel?
Ein Gutachter untersucht das zurzeit, ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Klar ist jedoch: Die Baustelle nebenan spielt eine Rolle. An der Ecke Müggenkampstraße / Langenfelder Damm wird ein Wohnhaus errichtet. Dafür wurde metertief der Boden ausgehoben, zeitweise stand das Fundament des Nachbarhauses komplett frei. Als Folge der Baustelle ist offenbar im Langenfelder Damm 42 etwas in Bewegung gekommen. Das Haus hat sich ein
Stückchen gesetzt. Platt gesagt: Es ist ein bisschen abgesackt.
„Das ist völlig normal, auch Risse sind nichts Ungewöhnliches“, sagt Axel Beyer von der Firma Liscard, verantwortlich für den Neubau nebenan. Während dort ausgeschachtet wurde, wurde unter den Altbau im Langenfelder Damm ein Betonfundament gepresst, um das Haus zu stabilisieren. Wurde da etwas falsch gemacht? Beyer weist diese Vermutung zurück. Er räumt aber ein, dass die Risse im Langenfelder Damm mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Baustelle kommen. „Das liegt auf der Hand.“ Ein Prüfer des Bezirksamts kam Anfang Mai komischerweise zu dem Ergebnis, dass die Baustelle damit nichts zu tun habe. Das sieht nun offenbar anders aus.
Laut Beyer wird derzeit geklärt, welchen Anteil die Baustelle und Konstruktionsmängel im Langenfelder Damm 42 selbst haben. Denn in dem Altbau fehlten an den Stellen, wo massiv Risse auftraten, tragende Wände. Mit Stützbalken soll dieses Manko nun ausgeglichen werden. Derzeit sind laut Auflage des Bezirksamts auch nur „erschütterungsarme“ Arbeiten auf der Baustelle nebenan erlaubt.
Die betroffenen Mieter müssen vorerst weiter mit Provi-
sorien leben:Sie haben Risse in Wänden, können teilweise nicht in ihre Räume. Das Kakaokontor verkauft derzeit nur übers Internet, die Wohnung im 1. Stock ist noch unbewohnbar.
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