Vorlesungshorror

Stapel von Büchern, Nächte vor dem Monitor: Da müssen Studierende durch. Im Elbe Wochenblatt schreibt eine Studienanfängerin über ihre Erlebnisse an der Universität Hamburg. (Foto: fk)

Abenteuer Studium: Die neue Kolumne im Elbe Wochenblatt

Franziska Kühn, Eimsbüttel – Vorlesungen können einem viel abverlangen. Nicht jeder Professor verwöhnt seine Studierenden mit einem brillanten Vortrag über ein faszinierendes Thema, unterstützt von einer buntbebilderten
Powerpoint-Präsentation. Im schlimmsten Fall erwischt man ein langweiliges Thema, lustlos vorgetragen, der Dozent hat einen Sprachfehler, einen schweren Dialekt, spricht zu leise, und es gibt nichts zu gucken außer der Garderobe des Dozenten. 90 Minuten lang durchhalten heißt es dann. In den hinteren Reihen lesen einige Studenten Comics. Manche essen heimlich. Ich frage mich, wann der erste einen automatischen Toaster mitbringt.
Am schlimmsten ist es, wenn ein Dozent mit Fachbegriffen um sich wirft, von denen man noch nie gehört hat. Besonders für Erstsemestler wie mich ist das sehr demotivierend. Nach einer Viertelstunde, in der ich mich um ein verstehendes Gesicht bemühte, denke ich noch: Macht nichts, schreib mit, zu Hause sehe ich jeden Begriff nach. Nach einer Dreiviertelstunde packt mich aber dann doch die Verzweiflung. Ich sehe mich um, ob die anderen denn etwa alles verstanden haben. Ich glaube: ja. Nach einer Stunde steht mir der Angstschweiß auf der Stirn: Habe ich etwa das falsche Studienfach gewählt?
Als die Qual nach anderthalb Stunden zu Ende ist, stelle ich erleichtert fest, dass ich nicht die Einzige war, die kaum etwas verstanden hat. Mit einigen Leidensgenossen komme ich überein, dass man uns lediglich zeigen wollte, dass noch ein langer, laaanger Weg vor uns liegt.

Die Kolumne


Neu an der Uni: Eine aufregende Zeit, viele Eindrücke, viele neue Gesichter. Fran-
ziska Kühn aus Eimsbüttel ist 19 Jahre alt und studiert Geografie. In ihrer Kolumne im Elbe Wochenblatt steht, was sie an der Universität Hamburg erlebt.
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