Vorfahrt fürs Fahrrad

Auto auf der Überholspur: Das soll sich ändern. Eimsbüttel will Musterstadtteil werden, um dem Radverkehr mehr Raum zu verschaffen. Foto: cv

Eimsbüttel will Vorzeigestadtteil für den Radverkehr werden

Ausweichmanöver um parkende Autos, Stau, Gedrängel, Schlaglöcher, zu kurze Grünphasen an Ampeln: Jeden Tag müssen Tausende Verkehrsteilnehmer diese Zustände ertragen. Nein, es ist nicht die Rede von Autofahrern. Es geht um Radfahrer. Anderes Gefährt, die gleichen Sorgen: Das soll sich ändern. Denn Eimsbüttel will Modellstadtteil für das Radfahren werden. Das hat die Bezirksversammlung während ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Freilich muss sich der Bezirk noch gegen einen starken Konkurrenten durchsetzen: Wilhelmsburg.
Aber der Reihe nach: Anlass für den rot-grünen Vorstoß ist die Idee von Wirtschaftssenator Frank Horch, in einem besonders geeigneten Quartier zu testen, wie der Radverkehr am besten gefördert werden kann. Als mögliche Stadtteile nannte Horch im Frühjahr Eimsbüttel oder Wilhelmsburg. Die Elbinsel im Süden ist schon früh vorgeprescht und hat sich ins Gespräch gebracht. In Eimsbüttel passierte politisch erstmal wenig.
Daher drängten Redner von GAL und SPD in der jüngsten Bezirksversammlung auch darauf, den entsprechenden Antrag gleich zu beschließen und somit das Bewerbungsschreiben offiziell einzutüten. Fabian Klabunde (GAL):„Eimsbüttel kann demonstrieren, wie die Förderung des Radverkehrs die Lebensqualität verbessern kann.“ Und das komme nicht nur Radfahrern, sondern auch Fußgängern, Autofahrern und Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel zugute.
Dagegen war lediglich die FDP. Fraktionschef Lutz Schmidt meinte, dass das „Fahrrad nicht allein selig machend“ sei. Er plädierte für eine ganzheitliche Betrachtung, da es beim Thema Verkehr „viele widerstreitende Interessen“ gebe.
Die CDU-Fraktion rang sich trotz skeptischer Stimmen zu einem Ja durch. Verkehrsexperte Hans-Hinrich Brunck-horst: „Wenn Eimsbüttel Mus-terstadtteil wird, ist das grundsätzlich gut.“ Da auch die Linke den rot-grünen Antrag unterstützte, war das schon fast eine Allparteienkoalition fürs Radeln.

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Frank Nocke aus Eimsbüttel | 10.11.2011 | 18:35  
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