Vor Gericht: Die Messer-Attacke im Mövenpick

In der Küche des Mövenpick-Hotels im Sternschanzenpark flog ein Messer nach einem Streit zwischen Bashar A. und Peter S.

Bashar A. (35) ist wegen versuchten Totschlags angeklagt

Einer machte eine flapsige Bemerkung, die Kollegen lachten über Bashar A.. Der 36-Jährige war Tellerwäscher in der Küche des Mövenpick-Hotels im Sternschanzenpark. Die Ereignisse an diesem 21. Juli 2012 brachten ihn schließlich so in Rage, dass er aus Wut irgendwann ein Messer nahm und nach einem Kollegen warf. Peter S. (27), stellvertretender Restaurantleiter, stand nur wenige Meter von A. entfernt. Das Messer blieb in S.’ rechter Schulter stecken, sein weißes Hemd färbte sich rot. Eine Hauptarterie war durchtrennt worden, Lebensgefahr! S. überlebte nur knapp.
Nun steht Bashar A. wegen versuchten Totschlags vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für vermindert schuldfähig, er habe im Affekt gehandelt.
A. gibt die Tat zu. Er sei in jenem Moment „so wütend wie noch nie“ gewesen. „Ich habe einfach zu irgendetwas gegriffen und es geworfen“, sagt der 36-Jährige.
Der Attacke war ein Streit zwischen S. und A. vorausgegangen. Der stellvertretende Restaurantleiter hatte einen Scherz über den Tellerwäscher gemacht – dieser trug eine Baseballkappe mit dem Schirm nach hinten, wie es in Rapperkreisen üblich ist. „Hier kommt ,50 Cent’“, sagte S. zu A. als Anspielung darauf. Die Kollegen lachten. A. verstand offenbar nicht, warum. Aber er war sauer. Später gab es Streit zwischen den beiden, S. schubste angeblich A., der sich beim Sturz am Ellenbogen verletzte und blutete. Als die beiden ein paar Minuten später wieder aufeinandertrafen, warf A. ein großes Küchenmesser, dessen Klinge 16 Zentimeter lang war.
Der lebensgefährlich verletzte S. überlebte dank einer Notoperation. Bei der Messeratta-cke wurde außer der Arterie auch ein Nervenstrang getroffen. An den Folgen leidet S. noch heute: Der 27-Jährige kann seinen Arm kaum bewegen. Dem jungen Mann wurden Nervenfasern aus dem Bein in den Arm verpflanzt. Doch es ist unklar, ob er seinen Arm jemals wieder wie zuvor spüren und bewegen kann.
Der Pozess gegen Bashar A. wird fortgesetzt.
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