Vom Imbissbesitzer zum „Dönerkönig“

Für Ertan Celik ist der Firmensitz auf dem Schlachthofgelände längst zu klein geworden. Foto: pa (Foto: Foto: pa)
Von Jan Paulo, Sternschanze
Ein Unternehmer, der keine Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt, ist nicht erfolgreich“, so lautet das Credo von Ertan Celik. Der Dönerproduzent und Fleischgroßhändler hat gerade seine Pläne für eine Produktionsstätte auf der Brammerfläche zurückgezogen, weil er „nichts bauen möchte, was die Anwohner nicht wollen“.
Der kurdisch-stämmige Einwanderer, der im Alter von zwölf Jahren nach Hamburg-Altona kam, ist im Stadtteil fest verwurzelt. 1990 eröffnete er gemeinsam mit seinem Bruder Oyhan in der Susannenstraße den kleinen Imbiss „Bol Kepce“ (Großzügige Kelle). „Wie waren einer der ersten Imbisse in Hamburg mit Döner Kebap im Angebot und mussten die Fleischspieße in der Küche selbst herstellen“, erzählt der 43-Jährige.
Schon bald produzierte man für die ersten anderen Imbissbetreiber mit. Die Nachfrage stieg immer weiter, und nach zwei Jahren wurde die Produktion mit zwei Mitarbeitern in die Weidenallee verlagert. Inzwischen residiert die Celik Döner & Fleischgroßhandel GmbH mit 56 Mitarbeitern auf dem Schlachthofgelände und beliefert rund 200 Gastronomen mit täglich insgesamt gut 35.000 Portionen Dönerfleisch. Der Imbiss „Bol Kepce“ ist verpachtet.
Seiner sozialen Verantwortung wird Ertan Celik auf vielerlei Weise gerecht. Bis 2009 saß der Familienvater im Vorstand des von ihm mitgegründeten Vereins Unternehmer ohne Grenzen. Heute kümmert er sich als Vorsitzender von Qualitäts-Döner Hamburg e.V. um Hygiene und Verbraucherschutz in der Fleischverarbeitung und der Dönerproduktion. Er spricht an Schulen mit hohem Migrantenanteil über die Möglichkeiten als Einwanderer in Deutschland und engagiert sich für Projekte gegen Rassismus in der ganzen Welt.
Für eine bessere Integration bezahlt er jedem seiner Mitarbeiter einen Deutschkurs – den auch jeder Angestellte besuchen muss.
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