Vom Handwerker zum Sponsor

Der in Othmarschen lebende Reimund C. Reich unterstützt mit seiner Stiftung „Hilfe für Menschen in Not“ zahlreiche Projekte in Hamburg. (Foto: rs)

Reimund C. Reich: Not und Armut der Nachkriegsjahre haben ihn geprägt

Von Reinhard Schwarz, Elbvororte

Er wirkt etwas verloren im quirligen „Offenen Wohnzimmer“ des Mehrgenerationshauses Nachbarschatz im Schanzenviertel. Kinder wirbeln herum, es herrscht ein babylonisches Sprachgewirr. Nur wenige wissen, dass ohne die Unterstützung des schmächtigen Mannes, der in Othmarschen wohnt, vieles im „Nachbarschatz“ nicht laufen würde. Der unscheinbar wirkende Reimund C. Reich ist ein Helfer im besten Sinne.
Der 82-Jährige wirkt lieber hinter den Kulissen, steht ungern im Rampenlicht. Dabei unterstützt er mit seiner Einrichtung „Hilfe für Menschen in Not – Stiftung für mildtätige Zwecke“ allein sieben Suppenküchen, wie etwa die „La Cantina“ in Ottensen. Eine medizinische Praxis für Menschen ohne Krankenversicherung hat er - im Wert einer sechsstelligen Summe - umbauen lassen und mit vielen notwendigen technischen Geräten ausgestattet.

Er erbettelte Kartoffeln und sammelte Fallobst

Nun hat Reich im Mehrgenerationshaus in Eimsbüttel eine Spielgruppe für Flüchtlingskinder unterstützt. Was treibt diesen Mann an, der eigentlich schon längst in Othmarschen in Ruhe den Elbblick genießen und von seinem Geld leben könnte?
„Ich habe in der Nachkriegszeit sowohl Hunger als auch Kälte und Kinderarmut erlebt“, schildert er das Motiv hinter den Wohltaten. In den Hungerjahren zwischen 1945 und 1948 fuhr er noch als Kind auf Trittbrettern von Zügen nach Niedersachsen, um von Bauern Kartoffeln zu erbetteln. Oder er setzte mit dem Ruderboot ins Alte Land über, um Fallobst zu sammeln. Eine Zeit, die den später erfolgreichen Bauunternehmer prägte.
Reich erlernte in Groß Flottbek das Handwerk des Zimmermanns. Es folgte eine Lehre als Schiffsbauer. Anschließend absolvierte er ein Ingenieursstudium. 1965 machte der Handwerker sich mit einem Montageunternehmen in Altona selbstständig. „Aus kleinsten Anfängen“, wie er sich erinnert.
Die Aufträge wurden größer, das Unternehmen expandierte. Die Gewinne steckte Reich in Immobilien. Eine kluge Entscheidung, von der heute zahlreiche Hilfseinrichtungen profitieren. „Wohlhabende sollten mehr stiften“, ist er überzeugt. „Man kriegt auch etwas zurück“, schildert Reich, der durchaus zu genießen weiß. Jeweils im Sommer bricht der passionierte Segler mit seiner Crew vom Yachthafen in Wedel Richtung Nordsee auf. Das Ziel in der Ferne: der Atlantik.
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1 Kommentar
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Kinkeo Xayapheth aus Eimsbüttel | 23.03.2016 | 18:33  
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