Viel Hilfe für die Flüchtlinge

Ein Junge spielt mit einem Papierdrachen, eine Spende von Bürgern aus Lokstedt. Etliche Helfer unterstützen die Bewohner des Flüchtlingsdorfs auf dem ehemaligen Parkplatz nahe der U-Bahn-Station Hagenbecks Tierpark. (Foto: rs)

Zahlreiche Bürger wollen Bewohner des Lokstedter Containerdorfs unterstützen

Von Reinhard Schwarz, Lokstedt – Ein kleiner Junge läuft mit einem himmelblauen Drachen in der Hand und lässt ihn immer wieder gut fünf Meter hoch fliegen. Auf dem Papier-drachen lacht ein fröhliches Gesicht. Ein paar Meter weiter zuckeln Kinder auf Spielzeug-Autos über den Asphalt. Drachen, Fahrzeuge und andere Spielsachen sind Geschenke für die Flüchtlinge im Containerdorf bei der U-Bahn-Station Hagenbecks Tierpark. Etliche Bürger aus Lokstedt und Umgebung haben mittlerweile so viel gespendet, dass manche Sachen gar nicht mehr gebraucht werden.
„Es sind unglaublich viele da, die helfen wollen“, bestätigt Pastor Bernd Müller-Teichert von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Lokstedt. „Es gibt eine wahnsinnige Hilfsbereitschaft, wir sind am Aufbauen und Machen.“ Doch die Hilfe müsse koordiniert werden, es hat sich ein Runder Tisch gebildet, der sich in der Container-Kantine der Unterkunft trifft. „Nur guter Wille reicht nicht“, sagt Müller-Teichert. Kleiderspenden wurden bereits entgegengenommen und verteilt.
Auch Bezirkspolitiker Uwe Giffei (SPD) zeigt sich beeindruckt vom Engagement der Bürger: „Das ist eine glückliche Fügung, das hätte auch anders laufen können.“ Die Helfer haben Arbeitsgruppen gebildet, schildert er: „Die einen begleiten zu Ärzten und Behörden, andere helfen bei der Kinderbetreuung vor Ort.“ Wieder andere erkunden mit den Neuankömmlingen den Stadtteil oder übernehmen Patenschaften für einzelne Familien. Bezirksabgeordnete haben ihr Sitzungsgeld gespendet, um Freizeitangebote für Kinder zu finanzieren.
Aktuell leben im Containerdorf auf dem ehemaligen Parkplatz 112 Personen, sagt Unterkunftsleiter Holger Nuss vom städtischen Betrieb Fördern & Wohnen, der die Unterkunft betreut. Ein großer Teil der Menschen kommt aus Tschetschenien, wo seit Jahren ein Bürgerkrieg tobt. Andere stammen aus Mazedonien und Serbien, einige aus Syrien. Die
meisten sind auf den kommenden Winter nicht vorbereitet. Es fehlt an warmer Kleidung. Manche der Kinder, so Holger Nuss, seien barfuß hier angekommen.
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