Verzweifelte A7-Anwohner – die Stadt lässt das kalt

Baustelle direkt vor dem Wintergarten: Wo das weißrote Band verläuft, soll zukünftig der Bauzaun für den A7-„Deckel“ stehen. Die Anwohner des Imbekstiegs sind völlig verunsichert. Von rechts: Barbara Lercara, Violetta Filipszky, Giorgio Lercara, Suzanna und Zvonko Kovacevic. (Foto: rs)

A7-Ausbau: Stellinger Anrainer bleiben auf nahezu unverkäuflichen Grundstücken sitzen

Von Reinhard Schwarz, Stellingen – Schutz vor Lärm, mehr Grün mitten in der Stadt: Der De-ckel soll ein Segen werden für die Nachbarn der Autobahn A 7. Doch die Planung für den Tunnel entpuppt sich immer mehr als Albtraum für manche Betroffenen. Anwohner des Imbekstiegs in Stellingen demonstrierten vorige Woche, wie der Betonbau ihre Grundstücke verschandeln wird.
Mitten durch seinen Garten hat Claus Jänsch eine olivgrüne Plane gezogen, mehr als drei Meter hoch. Sie zeigt an, wo zukünftig der „Deckel“ beginnen soll, nämlich direkt in seinem ohnehin nicht sehr großen Garten. Violetta Filipszky hat vor ihrem Haus ein rotweißes Begrenzungsband gezogen. Das Band verläuft wenige Zentimeter vor dem Wintergarten ihres Häuschens und markiert den Standort des zukünftigen Bauzauns. Sie ist verzweifelt: „Fünf Jahre soll der Bauzaun vor dem Wintergarten verlaufen.“ Das sei unzumutbar. Mehr noch quält sie die Ungewissheit über ihre Zukunft. „Wir wohnen fast zehn Jahre hier und zahlen noch ab. Wir wissen nicht, ob wir das Haus noch finanzieren können. Die Schutzwand greift in unsere Wohnfläche ein, wir werden hier eingesperrt.“
Doch selbst wenn der Tunnelbau abgeschlossen ist, bedeutet das nicht unbedingt eine Verbesserung für die Imbekstieg-Anwohner. Denn der „Deckel“ wird rund drei Meter über die Grundstücke herausragen. Wer am Deckelrand steht und von dort auf die Imbekstieg-Häuser guckt, schaut in das erste Stockwerk – und selbstverständlich auch in die Gärten. Die Bewohner gucken wie jetzt auch auf eine Mauer.
Doch damit nicht genug. Während der Bauarbeiten werden unter den Häusern alle zwei bis vier Meter sogenannte Anker versenkt, die später für die Stabilität keine Funktion mehr haben, aber ins Grundbuch eingetragen werden. „Damit werden die Grundstücke entwertet“, erklärt Christiane Brylla. „Wir erwarten von der Stadt ein angemessenes Angebot zum Ankauf der Häuser.“ Doch eine derartige Entschädigung werde es nicht geben, erklärte eine Sprecherin der Verkehrsbehörde bereits im „Hamburg Journal“ des NDR.
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