Versteckspiel in Eimsbüttels Straßen

Spontane Demos und Blockaden hielten Polizei auf Trab

Unruhige Woche für die Hamburger Polizei: Mit mehreren Spontandemos haben Aktive aus dem linken Spektrum die Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Anlass für die Proteste ist die harte Haltung des Senats gegenüber den afrikanischen Flüchtlingen, die in der St. Pauli-Kirche Unterschlupf gefunden haben und ein Bleiberecht fordern. Die Verkaufspläne des Rote-Flora-Eigentümers Klausmartin Kretschmer dürften die Wut der Autonomen zusätzlich schüren. „Wir sehen uns auf der Straße“, lautete kürzlich das Fazit der Rotfloristen.
Vorigen Dienstag (15. Oktober) sammelten sich etwa 1.000 Demonstranten am Bahnhof Sternschanze – etwa ebenso viele Polizisten standen der Menge bei der unangemeldeten Demonstration gegenüber. Gerangel, Flaschen, Steine und Böller flogen, Wasserwerfereinsätze: Vor allem in der Weidenallee gab es den ganzen Abend über ein Kräftemessen. In kleinen Gruppen zogen die Demonstranten durch Seitenstraßen im Schanzenviertel und in Eimsbüttel und lieferten sich ein Versteckspiel mit der Polizei. Immer wieder kam es zu Attacken: In der Kielortallee wurde zum Beispiel ein Streifenwagen aus einer Menge von etwa 100 Leuten angegriffen, so die Polizei. An anderer Stelle bewarfen Protestler die Polizisten mit Holzlatten und Straßenschildern.
Donnerstagabend (17. Oktober) flackerte Blaulicht rund um Gustav-Falke-Straße, Bundesstraße und Schlankreye: Laut Augenzeugen hatte eine Gruppe Demonstranten spontan die Kreuzung blockiert. Am Bezirksamt Eimsbüttel wurden Scheiben eingeworfen – ein Zusammenhang zu den Protesten ist nicht geklärt. Am Sonntag (20. Oktober) gab es Blockaden am Dammtorbahnhof. Montagabend (21. Oktober) zog eine Gruppe vom Eimsbütteler Marktplatz zur Osterstraße und dann weiter in Richtung Sternschanze, zeitweise wurden Kreuzungen blockiert.
Erklärtes Ziel der Demonstranten ist es, möglichst viele Kräfte der Polizei zu binden, damit diese kaum mehr zu Kontrollen bei den Flüchtlingen auf St. Pauli kommen. Es werden weitere Proteste erwartet.
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