"Verbraucher sollten Konzerne wie Akelius boykottieren"

„Verbraucher sollten Konzerne wie Akelius boykottieren“, rät Experte Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg. (Foto: pr)

Experte Rolf Bosse über Wuchermieten – das Interview im Elbe Wochenblatt

Steigende Mieten und kein Ende in Sicht – Interview mit Rolf Bosse, Experte vom Mieterverein zu Hamburg.

Elbe Wochenblatt: Sind Preise wie 17 Euro pro Quadratmeter nicht zu verbieten?

Rolf Bosse: Nein. Bei Neuvermietungen gibt es nur in extremen Fällen eine Grenze nach oben. Die ist bei 17 Euro noch nicht erreicht. Da ist juristisch nichts zu machen.

EW: Und was ist mit der geplanten Mietenbremse?

Bosse: Das Gesetz nützt erstmal nichts, denn Vermieter können die jetzigen hohen Mieten weiterhin verlangen.

EW: Kann man irgendetwas tun?
Bosse: Als Verbraucher müss-te man Konzerne wie Akelius boykottieren und Verträge mit bis zu 17 Euro Kaltmiete nicht unterschreiben.

EW: Schwierig, wenn tausende Menschen um jeden Preis eine Wohnung in Hamburg suchen ...
Bosse: Ja, aber als mündiger Verbraucher sollte man das nicht mitmachen.

EW: Wie wirken sich Wucherpreise bei Neuvermietungen aus?
Bosse: Diese Wucherpreise fließen in den Mietenspiegel mit ein und heben das Niveau an. Das Problem: Die Berechnungsbasis sind nur veränderte Mieten aus den letzten vier Jahren. Die günstigen, unveränderten Mieten aus alten Verträgen werden gar nicht berücksichtigt.

EW: Und daher steigt das Mietenniveau immer mehr?

Bosse: Genau.

EW: Kann die Politik was tun?
Bosse: In erster Linie müssen in Hamburg viel mehr günstige und öffentlich geförderte Wohnungen gebaut werden. Was aktuell neu entsteht, deckt beileibe nicht den Bedarf.
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