Unterwegs mit Strom

Karabag-Sprecher André Schmidt zeigt das Innenleben des E-Mobils: Hier befindet sich das Batterie-Management-System, der Akku ist unter dem Fahrzeug angebracht. (Foto: rs)

Der Eimsbütteler Autohändler Karabag ist Pionier bei Elektromobilen, verdient sein Geld aber (noch) mit Benzinautos

Von Reinhard Schwarz, Lokstedt – Leise surrt das Gefährt durch Eimsbüttels Straßen. „Es ist nicht unangenehm, vor allem leiser“, stellt Katrin Heinrich noch etwas verunsichert fest. „Nur die Bremsen sind sehr stark“, sagt die Marketingpraktikantin, die erstmals in einem Elektroauto der Lokstedter Firma Karabag unterwegs ist. Es gibt kein Motorengeräusch von sich und produziert auch keine Abgase: kein Kohlendioxid, keine Stickoxide, kein Kohlenmonoxid. Sein Name: Karabag 500 E, basierend auf einem Fiat 500. „E“ wie elektrisch. Tanken ist nicht mehr, der Akku wird an einer Steckdose aufgeladen.
Unter der Haube befindet sich ein metallener Kasten. Bestimmt der Akku, denkt der Laie. Nein, erklärt Karabag-Sprecher André Schmidt. Vielmehr befindet sich in dem Kasten das Batterie-Management-System des Elektromotors. Der 75 Kilo schwere Lithium-Polymer-Akku ist unter dem Fahrzeug angebracht. Firmenchef Sirri Karabag ist etwas gelungen, was die großen Anbieter bisher kaum geschafft haben: Ein einigermaßen bezahlbares Elektroauto
anzubieten. Stolze 29.900 Euro
kostet derzeit der Kleinwagen 500 E. Was recht passabel ist, denn derzeit gibt es noch keine Massenfertigung für die umweltfreundlichen Autos. Möglich wurde der Preis durch die Kooperation mit dem Gabelstaplerhersteller Still, der Elektromotoren in großen Stückzahlen produziert.
„Ein Benziner setzt 50 Prozent der Energie in Bewegung um, ein Elektromotor 98 Prozent“, preist Firmensprecher Schmidt die Vorzüge des Fahrzeugs an. Rund 100 Kilometer kann der Wagen mit einer Akkuladung fahren. Die Kosten pro Ladung liegen laut Karabag bei 2,60 Euro. Ein konventioneller Fiat 500 verbrauche für dieselbe Strecke rund sieben Liter Benzin. Kos-ten bei 1,49 Euro pro Liter: 10,14 Euro auf 100 Kilometer.
Die Nachfrage hält sich allerdings noch in Grenzen, räumt Schmidt ein. Vor allem große Firmen wie Airbus und Aurubis oder das Universitätskrankenhaus Eppendorf gehören zu den Kunden. Sirri Karabag ist Pionier und Realist zugleich: Sein Hauptgeschäft macht er (noch) mit Benzinautos.
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