Unser Star in Wladiwostok

„In Hamburg ist man glücklich, wenn 50 Zuhörer zu Konzerten kommen, in Wladiwostok ist die Kirche voll“, freut sich Eimsbüttels Organistin Constanze Kowalski. (Foto: Langenbach)

Eimsbüttels Kirchenmusikerin Constanze Kowalski hat Fans im entlegensten Winkel Russlands

Von Maren Langenbach, Eimsbüttel

Die Sankt Pauluskirche in Wladiwostok ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Junge Frauen und Männer, Eltern mit ihren Kindern, ältere Ehepaare – eine gemischte Schar von Besuchern ist an diesem Abend zum Kirchenkonzert in der russischen Stadt am Japanischen Meer gekommen. 8.000 Kilometer Luftlinie von Hamburg entfernt. Manche Gäste haben nur noch Stehplätze ergattert. Der „Star“ des Abends: Constanze Kowalski, Organistin an der Eimsbütteler Apostelkirche. Sie hat sich in der Stadt eine wachsende Schar von Fans erspielt.
Werke von Bach kommen besonders gut an
Die Stimmung ist feierlich, besonders gut kommen Werke von Johann Sebastian Bach an. „Am Ende improvisiere ich noch ein paar Stücke, das wünschen sich die Besucher. Auf jeden Fall muss immer ein russisches Lied dabei sein, wie etwa Kalinka“, erzählt die Hamburgerin. Seit 2013 gibt sie jährlich eine Konzertreihe in Wladi-wostok. „Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen zu den Konzerten kommen. In Hamburg ist man glücklich, wenn es rund 50 Zuhörer sind, in Wladiwostok ist die Kirche bei meinen Abenden und auch den Konzerten der ausländischen Kollegen voll, so als wenn die Menschen geradezu danach dürsten, die Musik zu hören“, schwärmt die Eimsbüttelerin.

Sie hat schon Russisch gelernt

Eingefädelt hat das Ganze Pastor Manfred Brockmann, früher Pastor an der Apostelkirche, der vor dreißig Jahren nach Wladiwostok auswanderte. „Die Menschen hier lieben die Kirchenkonzerte, die Musik lenkt sie ein wenig von ihrem harten Leben ab und spendet ihnen Trost“, erzählt der Theologe. „Die Besucher verlassen jedes Mal die Kirche mit leuchtenden Augen und Dankbarkeit in den Gesichtern.“
Constanze Kowalski hat mittlerweile Russisch gelernt. „Das fand ich angemessen, ich möchte mich ja auch mit den Menschen unterhalten können“, sagt sie. Und noch etwas hat die Organistin im Gepäck, wenn sie nach Wladiwostok reist: Autogrammkarten. „Die muss ich dann nach dem Konzert unterschreiben und verteilen. Am Anfang war das schon sehr ungewohnt“, sagt sie schmunzelnd. Ob sie im kommenden Jahr wieder nach Russland reisen kann, weiß sie noch nicht genau. „Ich wünsche es mir, doch es ist alles schwieriger geworden durch die politische Situation. Ich hoffe, dass es klappt. Es ist ein schöner Termin im Kalender und nebenbei lerne ich das Land immer mehr kennen.“
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