Uni-Ausbau: Anwohner werfen Politik "eine Lüge" vor

Entwurf der Neubauten ums Geomatikum: Der siebengeschossige Riegel zieht sich an der Straße Beim Schlump bis nahe ans Schröderstift (rechts oben) heran. Foto: Wissenschaftsbehörde

Streit um den Erhalt einer Wiese am Geomatikum entbrennt erneut

Von Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – Was bleibt von der Wiese zwischen dem Schröderstift und dem Geomatikum in Eimsbüttel übrig, wenn dort die Universität erweitert wird? Um diese Frage entbrennt erneut ein Streit zwischen Vertretern des Schröderstifts und der Bezirkspolitik. Mitte September hatte eine Jury einen Entwurf für die Neubauten rund um das Geomatikum gekürt. Jetzt kursiert das böse Wort von der „Lüge“.
In einer von den Bewohnern des Schröderstifts verbreiteten Erklärung heißt es, dass entgegen offizieller Verlautbarungen das Grün verschwindet: „Tatsächlich wird die Wiese bebaut. Gegen den Willen der Bevölkerung. Gegen das Ergebnis eines langen Bürgerdialogs.“
Aufhänger für diese Erklärung bildet eine von allen Parteien der Bezirksversammlung getragene Resolution zum Uni-Ausbau. Dort heißt es unter anderem: „Aus dem Wettbewerbsverfahren ‚bauliche Entwicklung’ am Campus an der Bundesstraße ging ein Entwurf als Sieger hervor, welcher die genannte Wiese in großen Teilen erhält.“
Arndt Prenzel, Sprecher der Schröderstiftbewohner erklärte gegenüber dem Wochenblatt: „Das ist eine glatte Lüge, dass die Wiese erhalten wird.“ Prenzel beruft sich auf Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD), der angeblich während der Abschlussveranstaltung zum Architektenwettbewerb gesagt habe: „Die Wiese ist weg.“
Sevecke dementiert, dies geäußert zu haben. Richtig sei vielmehr, dass zwei Drittel der Fläche zwischen Geomatikum und Schröderstift bebaut werden: „Ein Drittel bleibt Wiese.“ Es habe einen komplizierten Abstimmungsprozess gegeben, an dem auch drei Anwohner (ohne Stimmrecht) beteiligt waren, einer davon Arndt Prenzel, der jedoch am ersten Tag der Beratungen fehlte. Das wird auch von Parteienvertretern von SPD, GAL und CDU bestätigt. Alle Parteien der Bezirksversammlung waren demnach vertreten, jedoch nur je ein Abgesandter von SPD und CDU hatte Stimmrecht. Allerdings hatten Vertreter der Wissenschaftsbehörde und Universität eine klare Mehrheit.


Das sagen Parteienvertreter:

Roland Seidlitz (GAL): „Der Entwurf, der umgesetzt werden soll, erhält große Teile der Wiese.“
Rüdiger Rust (SPD): „Es ist falsch, dass die Wiese komplett wegkommt. Das sieht man auch, wenn man auf die Pläne guckt.“
Michael Westenberger (CDU): „Wir haben einen Kompromiss gefunden, der auch von den zugewählten Bürgern mitgetragen wurde.
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