Umbau der Osterstraße: Das sagen Leser

Sonntags sind auf der Osterstraße auch Skater unterwegs. Komisch: An diese Verkehrsteilnehmer hat noch gar keiner gedacht bei den Umbauplanungen.
   

Radfahrstreifen, Buslinie, Fußgängerzone: Reaktionen auf die Pläne des Bezirksamts

Die Osterstraße in Eimsbüttel soll umgebaut werden. Wo hakt es? Was soll besser werden? Am besten wissen diejenigen Bescheid, die hier wohnen, arbeiten und zum Einkaufen herkommen. Das Elbe Wochenblatt fragte Leser nach Ideen und Vorschlägen – hier nun ausgewählte Antworten.


Ich erledige meine Einkäufe mit dem Fahrrad an der Osterstraße. Für mich ist dabei nicht Geschwindigkeit, sondern Sicherheit das Allerwichtigste. Bei einer Verlagerung des Radwegs auf die Straße befürchte ich nicht nur zugeparkte Radwege, sondern auch aufgerissene Fahrer- und Beifahrertüren, die mich auf die Straße katapultieren. Ich denke, ich werde meine Einkaufsmeile bei Verlagerung des Radwegs auf die Straße an die für mich sichere Hoheluftchaussee oder die Grindelallee verlagern. Schade!!
A. Jung, per Mail

Da ist meiner Meinung nach noch eine Menge zu bedenken. Zum Beispiel die Aufsteller von den Geschäften (auch Stühle, Blumenkübel, Schafe etc.) verringern den Platz für die Fußgänger. Da muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Für sehbehinderte Menschen muss das eine Qual sein.
Man sollte auch an die Anwohner denken, die kurz ihre schweren Einkäufe ins Treppenhaus stellen, bevor sie für ihr Auto einen Parkplatz suchen.
Dass die Radfahrer eine Spur auf der Straße bekommen, ist nicht unbedingt schlecht. Die Radfahrer werden nicht von parkenden Autos verdeckt (wie schon in der Bogenstraße).
Als letztes frage ich mich: Wo soll denn das Geld herkommen? Immer wieder hört man, Hamburg hat kein Geld.
Petra Roth, Eimsbüttel

Fahren auf der Straße: Ich fühle mich als rücksichtsvolle Fahrradfahrerin auf dem Fahrradweg auf dem Bürgersteig sehr viel sicherer (besonders im neu renovierten Teil der Osterstraße).
Auto- und Motorradfahrer sind schneller, stärker und leider auch rücksichtsloser, besonders nachts; dementsprechend wäre ein Unfall für einen Fahrradfahrer sehr viel dramatischer. Dann werden wohl die Fahrradfahrer gewungen, einen Helm zu tragen – das wäre entsetzlich! Dorothea Hagena, Eimsbüttel


Keine Frage, dass es in der Osterstraße an Platz für alle mangelt. Keine Frage, auch Radfahrer kaufen hier ein: Doch welcher Radfahrer hat Lust, sich neben stinkenden Autokolonnen von Ampel zu Ampel durch den Lieferverkehr für die Osterstraße zu quälen? Die ampellosen Tempo-30-Nebenstrecken sind für Räder viel schneller und sicherer! Doch statt die unsanierten Radwege zu sanieren ist zu befürchten, dass sich unser „Bürgermeister“ (Bezirksamtsleiter, d. Red.) Torsten Sevecke mit der Modernisierung der Osterstraße offenbar auf Kosten der Radfahrer ein urbanes Denkmal setzen möchte!
Eine entscheidende Verkehrsentlastung und ein wesentlicher Platzgewinn wäre gerade an der engsten Stelle vor Karstadt durch die Verlegung der Buslinie von der Schwenckestraße in den Heußweg und durch die Verlegung der Haltestellen von der Osterstraße in den Heußweg vor Karstadt zu erreichen. Zusammen mit einer Tempo-30-Regelung in der Osterstraße (Warum eigentlich nur im oberen Teil?) wäre sicheres Radfahren auf der Straße möglich. Durch Umbauten wären weniger Bäume gefährdet und ein ruhigeres, geschäftsfreundliches Ambiente zu erreichen. Dazu bräuchte man nicht mal extra Radwege und keine Ampeln mehr, zumal die das Einkaufen behindern. Doch gibt es genau hierfür offenbar kein Geld!?
Wolfgang Neitzel, Osterstraße

Obwohl ich ein Auto besitze, fahre ich zur Osterstraße mit dem Rad – gelegentlich mit dem ÖPNV und gehe dann zu Fuß. Auch bin ich mit meiner Mutter, die einen Rollator nutzt, dort unterwegs.
Nach meiner Meinung ist der Platz für Fußgänger im Umfeld der U-Bahn Osterstraße eindeutig zu gering. Es gibt häufig Konflikte mit Radfahrern. Von denen gibt es leider auch viele „Linksfahrer“, die gefährliche Situationen erzeugen.
Der Radstreifen auf der Fahrbahn ist die beste Lösung! Ich (58 Jahre) habe kein Problem diese zu nutzen. Die Radwege neben den engen Gehwegen finde ich hier weitaus gefährlicher.
Gerade die Lebendigkeit und die vielen kleineren Geschäfte prägen die Osterstraße. Ich fände es schön, wenn es mehr Platz für Auslagen der Geschäfte und Sitzpläte der kleinen Cafés gäbe.
Bärbel Kostuszynski, Frühlingstraße

Ich fahre täglich auf dem Weg zur Arbeit mit dem Auto durch die Osterstraße. Niemals würde ich allerdings auf die Idee kommen, meine Einkäufe hier mit dem Auto zu erledigen. Einen Parkplatz zu finden ist nahezu unmöglich. Dennoch befürworte ich die Pläne zum „sanften Abbau“ der Parkplätze, denn die Fußgänger und Radfahrer leben meiner Meinung nach dort am gefährlichsten! Hier muss dringend etwas getan werden. Ein Abbau der Parkplätze würde das Radfahren auf der Straße übersichtlicher und damit sicherer machen. Und Fußgänger und Radfahrer würden sich nicht mehr in die Quere kommen. Kirsten Rüde, per Mail

Es geht derzeit um die Erneuerung der Osterstraße zwischen Schulweg und Heußweg (Erster Abschnitt) und zwischen Heußweg und Methfesselstraße (Zweiter Abschnitt). Was ist mit dem Teil der Osterstraße zwischen Schulweg und Eppendorfer Weg? Von Leder Israel bis zum Radgeschäft ist der Radweg sehr eng und in einem schlechten Zustand. Auch der Gehweg ist sehr schmal bemessen. Zudem befinden sich in diesem Abschnitt die Bushaltestelle sowie mehrere Geschäfte (Eisdiele, Bank und so weiter).
Da unser Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke selbst passionierter Radfahrer ist, kennt er sicher auch diesen von mir bemängelten Teil der Osterstraße.
Horst Götze, Eimsbüttel

Es wird grundsätzlich viel zu kleinlich nachgedacht, und es wird auch kein reiner Wein eingeschenkt. Beispiel: Der Gehweg wird nur brutto vergrößert, um Platz für Gastronomie zu schaffen, netto wird wohl nichts dazukommen.
Wenn man schon umgestaltet, sollte man das richtig machen und beispielsweise die Osterstraße einfach mal Sonnabendvormittags in eine Richtung sperren, um dort den Eimsbütteler Wochenmarkt zu etablieren. Das wäre mal eine richtige aufrengende Änderung für Eimsbüttel – und nicht so klein klein Gehupe.
Karlo Walz, Eimsbüttel

Herr Walz beschwert sich über das kleinliche Nachdenken der Behörden und fordert eine einseitige Sperrung der Osterstraße sonnabendvormittags. Ist dies nicht auch kleinlich gedacht? Wenn man sieht, welch enormer Platz dem Fahrzeugverkehr in der lebendigen und eigentlich liebenswerten Osterstraße eingeräumt wird, sollte man doch eigentlich eine Fußgängerzone mit Rad- und Busverkehr fordern. Der von Einzelhändlern gefürchtete Ausfall von Kaufkraft durch Autofahrer wird durch flanierende Fußgänger und Cafébesucher mit Sicherheit überkompensiert. Aber man traut sich mal wieder nicht zu einem wirklich mutigen Ansatz und so sollen sich Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer irgendwie durchwurschteln.
Das angeführte Argument, dass die Osterstraße eine wichtige Durchgangsstraße ist und daher nicht für den Individualverkehr gesperrt werden kann, ist eigentlich ein Armutszeugnis der Behörden, die diese Einordnung ja irgendwann einmal selbst vorgenommen haben (und daher revidieren könnten). Es gibt Straßen, wie die Kieler Straße, die den Verkehr sicherlich aufnehmen könnten.
Thomas Heydenreich, per Mail

Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen ebenso wie stilistische Anpassungen vor.
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