Überraschend: Danial Ilkhanipour unterstützt Widersacher Niels Annen

Hat vermutlich gute Karten für einen Wiedereinzug in den Bundestag: Niels Annen (SPD) wird von seinem früheren parteiinternen Widersacher Danial Ilkhanipour unterstützt. (Foto: Dominik Butzmann)

SPD-Bundestagskandidatur: Frühere Kontrahenten machen plötzlich gemeinsame Sache – Kandidat wird Anfang Dezember nominiert

Sie können doch gemeinsame Sache machen bei der SPD: Danial Ilkhanipour verzichtet auf eine Kandidatur für den Bundestag und will Konkurrent Niels Annen bei dessen Bewerbung unterstützen. Unter den vormaligen Widersachern in Eimsbüttels SPD kommt es damit nicht zu einem weiteren ruinösen Duell, das die Genossen 2009 schließlich den Sitz im Bundestag kostete.
Rückblende: Ilkhanipour jagte Annen vor knapp vier Jahren sein bereits sicher geglaubtes Ticket nach Berlin ab. Kurz vor der entscheidenden Wahlversammlung verkündete der damals 27-Jährige seine Kandidatur – und gewann die Abstimmung überraschend. „Hinterlistig“, ätzten manche Genossen später über die Umstände der Wahl. Die SPD war danach zerstritten, Ilkhanipour fuhr ein miserables Ergebnis ein. CDU-Mann Rüdiger Kruse sitzt seitdem für den einst traditionell roten Bezirk Eimsbüttel im Bundestag.
Nun will es Annen noch einmal versuchen. Konkurrent Ilkhanipour tritt zurück und will Annen im Wahlkampf sogar unterstützen. Er führt zum einen persönliche Gründe – den Abschluss des Jura-Studiums – an. Zum anderen zählt für ihn wie für Annen die Parteiräson: „Eine Wahl kann man nur gemeinsam gewinnen: Niemals wieder darf es dazu kommen, dass Genossinnen und Genossen den Wahlkampf des eigenen Kandidaten torpedieren“, so Ilkhanipour. Annen nennt dies einen „beeindruckenden Schritt“. „Die Diskussionen der letzten Jahre haben die SPD in unserem Kreis zurückgeworfen, alle Beteiligten beschädigt und Vertrauen gekostet“, so der 39-Jährige.
Die Eimsbütteler SPD bestimmt ihren Bundestagsbewerber per Urwahl: Bis Anfang November sollen die 1.750 Mitglieder entscheiden, wer Kandidat wird (siehe Kasten). Da solch ein Votum rechtlich nicht bindend ist, wird Anfang Dezember zudem eine Wahlversammlung den Kandidaten küren. Theoretisch kann sich dann immer noch jemand spontan bewerben. Aber die Genossen wären schön blöd, wenn sie so den Wirbel von 2008 wiederholen würden ...


Mitbewerber: Wer noch in den Bundestag will

Drei sind im Rennen: Außer Niels Annen wollen auch zwei weitere Sozialdemokraten für Eimsbüttel in den Bundestag nach Berlin. Es kandieren noch: Ronald Hartwig (32, aus Schnelsen) und Alexander Blab (39, aus Eimsbüttel-Süd). Ab Mitte Oktober stellen sich die Bewerber in Eidelstedt, Lokstedt und Eimsbüttel den SPD-Parteimitgliedern vor. Diese bestimmen den Kandidaten, am 5. November soll das Ergebnis vorliegen. CV
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1 Kommentar
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marco scheffler aus Eimsbüttel | 29.09.2012 | 16:45  
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