Überleben mit Mensa-Essen

Stapel von Büchern, Nächte vor dem Monitor: Da müssen Studierende durch. Im Elbe Wochenblatt schreibt eine Studienanfängerin über ihre Erlebnisse an der Universität Hamburg. (Foto: fk)

Abenteuer Studium: Die neue Kolumne im Elbe Wochenblatt

Franziska Kühn, Eimsbüttel – Man hört ja selten, dass das Essen in Mensen gut wäre. Bei einem Sechs- bis Achtstundentag in Seminaren, Vorlesungen und Bibliotheken überlebt aber kaum einer mit einem mitgebrachten Butterbrot und Leitungswasser. Die umliegenden Cafés und Restaurants sind zu teuer für mich und kosten vor allem zu viel Zeit. Also gehe ich mittags tapfer in eine der drei Mensen, die in meiner Nähe liegen.
Gleich zu Beginn des Studiums merke ich: Zur Mittagszeit zum Essen zu kommen ist keine gute Idee. Massenandrang! Während man mit Engelsgeduld in einer der vier Kassenschlangen wartet, die sich bis zur hintersten Salatbar erstrecken, erschlaffen alle Pommes frites, und auch der heißeste Gemüseburger wird kalt.
Apropos Burger: Hier in der Mensa sind fast alle Zusatzstoffe im Essen (das lange, offenbar sehr lange, in Wärmebädern bewahrt wird) penibel an mehreren Schautafeln nummeriert aufgeführt. An die 30 sind es: Von Farbstoffen über Glutamat bis zu Nitraten. Das erklärt die lustigen langen Zahlenkolonnen hinter so gut wie jeder Speise. Wo Haselnüsse drin sind, kann mir aber keiner sagen. Wenn ich die esse, kriege ich leider keine Luft mehr. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich bereits in einem Erstickungsanfall auf dem Mensaboden winden. Egal.
Inzwischen habe ich ein gewisses System erkannt, was die Speisepläne der Mensen betrifft, und habe meinerseits ein System entwickelt. Es gibt nun für mich einen Butterbrottag (Hunger und Zeitnot treiben es rein), Mensatage und einen
Caféluxustag. Dienstags ist meist ein guter Mensatag, und donnerstags gibt es oft Falafel mit Tzatziki und Krautsalat. Kann man gut essen. Preiswert ist es sowieso. Das genieße ich dann mit angewinkelten Ellenbogen in gemütlicher Flugzeug-Enge-Atmosphäre. Nächsten Donnerstag werde ich ausprobieren, ob mir Falafel schon um kurz nach 11 Uhr schmecken, dann ist Platz und Ruhe.


Die Kolumne


Neu an der Uni: Eine aufregende Zeit, viele Eindrücke, viele neue Gesichter. Franziska Kühn aus Eimsbüttel ist 19 Jahre alt und studiert Geografie. In ihrer Kolumne im Elbe Wochenblatt steht, was sie an der Universität Hamburg erlebt.
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