U2-Baustelle: Kampf gegen die Uhr

Da pladdert der Beton auf den Boden: Die Bahnsteige in der Station Christuskirche werden höhergelegt.

Sperrung der Linie U 2: Montag sollen die Bahnen wieder fahren

Beton pladdert auf den Boden, an der Bahnsteigkante wird gebohrt, ein Arbeiter stemmt mit dem Presslufthammer einen Schacht für den Fahrstuhl. An der Station Christus-kirche fährt derzeit keine U-Bahn, hier wird gebaut! Bis Ende der Woche werkeln die Arbeiter an den Bahnsteigen, ab Montag soll die U2 wieder rollen.
Barrierefreier Ausbau: An den drei Haltestellen Christuskirche, Emilienstraße und Osterstraße werden die Bahnsteige höher gelegt, damit Fahrgäste mit Rollstühlen oder Gehbehinderungen besser in die Züge kommen. Zudem werden Orientierungshilfen für Blinde eingebaut. Wichtigster Punkt: Fahrstühle. Bis diese komplett installiert sind, wird es noch ein paar Monate dauern. Um viele Arbeiten in einem Rutsch zu erledigen, ist die U2 zwischen Hagenbecks Tierpark und Schlump gut zwei Wochen gesperrt. „Wenn wir immer nur in den Betriebspausen umgebaut hätten, hätte das etwa 100 Tage gedauert“, erklärt Projektleiter Klaus Uphoff. So geht es deutlich schneller.
An manchen Ecken ist es ziemlich aufwendig: In der Station Christuskirche mussten Gleise verlegt werden. „Die Schienen müssen später auf Millimeter genau ausgerichtet werden, weil sonst die Züge irgendwo an-
ecken“, so Uphoff.
Während die etwa 100 Arbeiter „unter Tage“ fast rund um die Uhr an den Stationen bauen, fahren oben Busse als Ersatz für die U-Bahn. Anfangs lief nicht alles rund: Etliche Busse waren überfüllt, dann standen sie noch in Staus. Die Hochbahn schickte mehr Fahrzeuge auf die Strecke: Neun große und elf kleinere Busse sind nun im Einsatz.
Testfahrt am späten Vormittag: Alle paar Minuten kommt ein Bus, von Gedrängel keine Spur. Zu den Stoßzeiten morgens und abends ist es voll, Menschenmassen quellen aus den Bussen in die Haltestelle Schlump. Ab hier fährt die U2 wieder.
Reaktionen: unterschiedlich. „Katastrophal, die Ersatzhaltestelle an der Osterstraße war schwer zu finden“, meckert eine Frau in ihr Handy. Andere nehmen es gelassen: „Dauert halt länger, ist aber nicht so schlimm.“
Uphoff verspricht: „Am Montag fährt die U-Bahn wieder!“

Barrierefreier Ausbau


Fahrstühle, höhere Bahnsteigkanten, Leitstreifen für Blinde: So sollen die Stationen Christuskirche, Emilienstraße und Osterstraße barrierefrei werden. Im Klartext: Auch Geh- und Sehbehinderte sollen dann ohne Hürden und selbstständig die U-Bahnen auf der zentralen Linie U2 nutzen können.
An der Osterstraße wird seit Juni 2012 an zwei Fahrstühlen gebaut, im Sommer sollen die Lifte fertig sein. An Emilienstraße und Christuskirche ist die Fertigstellung für den Herbst geplant. Alle drei Stationen verfügen nach dem jetzigen Umbau über erhöhte Bahnsteige und die Blindenleitstreifen.
Etwa 30.000 Menschen täglich nutzen die momentan gesperrte Linie. Ende der Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, Montagmorgen fährt die U2 voraussichtlich wieder.
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