U-Bahn? 2040 oder gar nicht!

Die neueste U-Bahn-Generation fährt quer durch die Stadt, für den Westen Hamburgs gibt es bisher nur vage Versprechen für eine neue Linie. (Foto: Hochbahn)
 
Möglichkeiten: Von Lokstedt oder Hoheluft aus wird eine Süd- oder eine Nordtrasse geprüft – jeweils als U-Bahn-Strecke (blaue Linien) oder als S-Bahn-Strecke (grüne Linien). (Foto: Hochbahn)

Hamburgs Westen weiter abgehängt

„Mit dem Bau der Luruper U-Bahn wird 1976 begonnen.“ So hat es die SPD 1974 den Menschen in Lurup und in der Hochhaussiedlung Osdorfer Born am Rande Hamburgs versprochen. Getan hat sich nichts. Die heutige rot-grüne Regierung zieht es vor, das U-Bahn-Netz in die Hafencity und nach Horn auszubauen. Erst bis 2040 soll eine neue Linie auch in den Osdorfer Born fahren – vielleicht. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sind die Pläne?
Die neue Linie U 5 soll Bramfeld und Steilshoop in Hamburgs Osten und den Osdorfer Born und Lurup im Westen per Schiene mit Hamburgs Innenstadt verbinden. Von der City aus führt die Route in etwa entlang Grindelallee und Hoheluftchaussee entweder bis zur Hoheluftbrücke oder bis zum Siemersplatz in Lokstedt. Die südliche Route verliefe durch Eimsbüttel, Altona-Nord, Ottensen und Bahrenfeld nach Lurup und zum Osdorfer Born. Die nördliche Variante führte über Stellingen in den Hamburger Westen. Es gibt für die Weststrecke ab Stellingen oder Altona-Nord zudem die alternative Idee, eine S-Bahn-Strecke zu bauen.

Warum das Ganze?
Aus mehreren Gründen: Der Osdorfer Born und Lurup sind seit Jahrzehnten vom Schienenverkehr abgeschnitten. Die Haupt-Buslinien im Westen sind überlastet. In Eimsbüttel ist das recht gut ausgebaute Nahverkehrsnetz ebenfalls am
Limit. Für Bramfeld / Steilshoop gibt es wie für Hamburgs Westen keine Schienenanbindung.

Wo geht es los?
Laut Senat und Hochbahn-Planern auf alle Fälle in Bramfeld. Im Westen käme die U-Bahn schätzungsweise erst 2040 an – wenn überhaupt. Denn über jeden der drei Teilabschnitte entscheidet die Bürgerschaft einzeln. Das Netz für den Westen würde ohnehin erst ab 2019 geplant.

Was kostet das alles?

Viele, viele Milliarden. Es gibt bisher nur grobe Schätzungen. Laut Hochbahn kostet ein Kilometer U-Bahn zwischen 80 und 120 Millionen Euro. Für die gesamte Strecke – etwa 30 Kilometer – ist nach ersten Schätzungen mit 2,4 bis 3,6 Milliarden Euro zu rechnen. Die S-Bahn kann zu Kosten und Zeitplan ihres Alternativkonzepts nichts sagen.

S-Bahn als Alternative?

Sah toll aus im Jahre 1974: Osdorfer Born steht auf dem U-Bahn-Wagen, der durch eine Wahlwerbebroschüre der SPD rollt. Zugesagter Baubeginn: 1976. Doch bis heute rollt keine Bahn nach
Lurup und in den Osdorfer Born. Auch die neuen U-5-Pläne werden skeptisch gesehen. „Die vorgestellte Planung bestätigt leider wieder einmal, dass der Hamburger Westen bei den Schnellbahnplanungen des Senats an letzter Stelle steht“, sagt Gerhard Sadler von der Verkehrsinitiative „Starten:Bahn West“. Beginnt der Bau im Osten, kommt die Linie vermutlich erst 2040 im Westen an – wenn überhaupt. Dabei sollte laut Koalitionsvertrag von SPD und Grünen an beiden Enden mit den Planungen begonnen werden. Gilt offenbar nicht mehr. Sadler hält statt einer U-Bahn eine S-Bahn für den Westen für sinnvoll. Die gebe es schließlich schon. „Es wäre plausibel, neue Linien aus dem vorhandenen Streckennetz aus-
zufädeln“, so der Verkehrsexperte. „Der Alternativvorschlag der
S-Bahn für einen Abzweig in Stellingen oder Bahrenfeld hat deshalb einiges für sich.“
❱❱ www.starten-bahn-west.de
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1 Kommentar
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Deniz Neder aus Altstadt | 17.11.2015 | 10:51  
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