Tut Eimsbüttel genug für seine Fledermaus?

Das Engagement des Bezirks Eimsbüttel für den Großen Abendsegler hält sich in überschaubarem Rahmen. (Foto: Eckhard Grimmberger/NABU)

Alle Bezirke haben Patentiere – aber nicht alle Paten sprühen vor Engagement

Olaf Zimmermann, Eimsbüttel

Was gibt’s in jedem Hamburger Bezirk? Eine U-Bahn-Station, ein Patentier oder einen weiblichen Ehrenbürger? Klare Sache: Antwort B ist korrekt. Seit 2008 haben alle Bezirke Patentiere. Keine Exoten wie Flamingo oder Löwe sondern einheimische Tiere: Kiebitz (Altona), Grasfrosch (Harburg), Sperling (Mitte) oder Großer Abendsegler (Eimsbüttel). Aber haben die Paten auch tatsächlich Maßnahmen zum Schutz der ihnen anvertrauten Tiere entwickelt? Oder ist alles nicht mehr als ein netter PR-Gag? Das Wochenblatt hat bei den Bezirken nachgefragt und auch Experten vom NABU um deren Meinung gebeten.

Eimsbüttel: der Große Abendsegler

Seit 2008 ist der Große Abendsegler, eine Fledermausart, Patentier des Bezirks Eimsbüttel. Was genau hat der Bezirk seitdem für die Fledermaus getan? Wie viel Geld hat er seit 2008 für Fledermaus-Projekte aufgewendet? Welche Fledermaus-Projekte stehen 2017 auf dem Programm?
Die dürre Antwort von
Bezirksamtssprecher Philipp Passera auf diese Fragen: „Es werden Bäume in Wäldern und Parkanlagen Eimsbüttels erhalten, die wegen ihres Alters und ihrer Größe das Potenzial für Fledermausquartiere besitzen, soweit die Verkehrssicherungspflichten dies zulassen. Das Bezirksamt folgt damit den Handlungsempfehlungen der Umweltbehörde. Diese stellt die Schutz- und Hilfsmaßnahmen in ihrem Atlas der Säugetiere Hamburgs wie folgt dar: ,Zum Schutz des Abendseglers sollten vorrangig Quartierbäume in Wäldern, Parks sowie Friedhofs- und Erholungsanlagen gesucht und gesichert werden.’ Weitere Maßnahmen sind zur Zeit nicht geplant.“

Das sagt der NABU


Wie beurteilt der NABU die Aktivitäten des Bezirks Eimsbüttel für den Großen Abendsegler?
„Leider nimmt sich der Bezirk Eimsbüttel dem Schutz des Großen Abendseglers nicht aktiv an. Es gibt aktuell keine bekannten Schutzmaßnahmen, die vom Bezirk veranlasst werden“, sagt NABU-Sprecherin Birgit Hilmer. Allerdings wurden 2008/2009 einmalig zehn Fledermausnistkästen aufgehängt.
Der Große Abendsegler konnte von der NABU-Gruppe Eimsbüttel in den letzten Jahren in Schnelsen regelmäßig nachgewiesen werden, allerdings nur in Einzelexemplaren und im abendlichen Jagdflug.
Die NABU-Gruppe Eimsbüttel kümmert sich gemeinsam mit der NABU-Fachgruppe Fledermäuse weiterhin in ihrem Bezirk selbst aktiv: Zum Beispiel hängen die Naturschützer Fledermauskästen auf und übernehmen deren Kontrolle und Reinigung.
Eine Bedrohung für den Bestand der Fledermäuse stellt nach wie vor die Fällung von alten und großen Bäumen für geplante Baumaßnahmen dar. Dies bedeutet den Verlust von Fledermausquartieren.
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