Tschüss, altes Haus!

Ist Geschichte: Das Haus Eimsbütteler Chaussee 41 wurde vorige Woche abgerissen.
Hamburg: Eimsbütteler Chaussee 41 |

Altbau an der Eimsbütteler Chaussee 41 wurde abgerissen

Es war eines der letzten Originale im Viertel, der Altbau an der Eimsbütteler Chaussee 41 bis 43 hatte noch den Charme vergangener Zeiten: Stuckelemente innen und an der Fassade. Die Bauherren hatten sich sichtbar Mühe in Details gegeben. Klein und geduckt wirkte der Bau von 1887 zwischen den um einige Stockwerke höheren Nachbargebäuden. Vorige Woche wurde das Haus abgerissen, es wird dort ein sechsgeschossiger Neubau entstehen.
Bis voriges Jahr wurde noch um den Erhalt gerungen: Viele Bewohner des Viertels fragten sich, warum so ein schöner Bau fallen muss. Zumal im südlichen Eimsbüttel eine Verordnung gilt, die strengere Vorschriften für Abriss und die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen macht als andernorts. Ein Paradebeispiel für den Abriss-Wahn in der Stadt? Eher nicht. Laut Eigentümer war die Substanz des Hauses so kaputt, dass es auf lange Sicht nicht zu erhalten war. Oder nur zu horrenden Kosten. Für das Denkmalschutzamt war der Altbau nicht erhaltenswürdig. Das Eimsbütteler Bauamt prüfte den Fall noch einmal – und erteilte dann die Abrissgenehmigung.
Nun schlug die letzte Stunde für den Bau, auch die Abriss-Leute waren mit Wehmut am Werk. „Es ist schade um so einen Altbau, innen war noch schöner Stuck. Ich bin ein Fan von solchen Häusern“, sagt Polier Michael Moutafis von der Firma Wilko Wagner. Aber Auftrag ist Auftrag, das Haus musste weg. Nusret Spahik saß hier am längeren Hebel. Er dirigierte den 38-Tonnen-Bagger, riss Wand um Wand und Etage um Etage ein. „Das macht richtig Spaß“, sagt der Maschinist in einer Pause. „Aber es gibt auch gefährliche Momente, wenn zum Beispiel der Giebel des Hauses runter muss.“ Ging aber alles gut an der Eimsbütteler Chaussee.
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