Trickst der Bauherr in der Gärtnerstraße 28?

Drei Bäume wurden in der Gärtnerstraße 28 schon gefällt. Nun hoffen die Mieter, dass ein erhaltenswerter vierter Baum im Garten stehen bleiben kann. (Foto: pr)
 
Drei Bäume wurden in der Gärtnerstraße 28 schon gefällt. Nun hoffen die Mieter, dass ein erhaltenswerter vierter Baum im Garten stehen bleiben kann.
Hamburg: Friedrich und Dorothea Langbein-Stiftung |

Hoheluft: Mieter fanden heraus, dass ein Baum in Bauplänen falsch eingezeichnet ist

Drei Bäume sind schon gefällt worden, ein vierter ist vorerst geschützt: Im Ringen um Bäume in der Gärtnerstraße 28 haben die Mieter einen Etappensieg errungen.
In der kleinen Wohnanlage der Friedrich und Dorothea Langbein Stiftung in Hoheluft werden Dachgeschosswohnungen ausgebaut, der Vermieter will zudem Parkplätze auf dem schmalen Grünstreifen vor den Häusern schaffen. Irene Margil und andere Mieter wollen einen letzten freistehenden Baum retten. Sie haben gute Argumente.
Ursprünglich hieß es, dass der Baum fallen muss, da er einer vorgeschriebenen Feuerwehrzufahrt für die Häuser im Weg ist. Doch laut Feuerwehr kann der Baum stehen bleiben, und eine Zufahrt könne trotzdem gebaut werden. Grund: In den Planskizzen ist der Baum falsch eingezeichnet! Das stellte ein Gutachter der Feuerwehr vor Ort fest.
Der Baum darf nun im Sommer nicht mehr gefällt werden. Der Vermieter hatte das bereits beantragt. An sich gibt es eine Fällgenehmigung, aber der Eigentümer darf erst ab Anfang Oktober wieder an den Baum ran, wenn die so genannte Schutzfrist abgelaufen ist. Aber gilt die Genehmigung überhaupt, da sie auf der Basis von offenbar falschen Skizzen erteilt wurde? Muss der Bescheid widerrufen werden? Diese Fragen muss nun das Bezirksamt Eimsbüttel beantworten.
Für Margil reihen sich die neuen Details in die seltsame Geschichte dieses Bauvorhabens in der Gärtnerstraße ein. Bereits im Frühjahr wollte Stiftungsvorstand Olaf Rainer Rave die Bäume im Vorgarten fällen lassen, durfte aber vorerst nicht. Im Sommer erteilte das Bezirksamt dann Ausnahmegenehmigungen für drei Bäume, „um das Bauvorhaben nicht unnötig weiter zu verzögern“. Margil fragt sich, warum niemandem im Amt der Fehler beim Standort von Baum Vier auffiel, und warum niemand dort genauer hinschaute. Sie hat den Eindruck: „Hier wurde mangelhaft oder gar nicht geprüft.“
Fragen dazu beantwortet das Bezirksamt derzeit nicht. Klar ist: Der letzte Baum im Vorgarten bleibt stehen – vorerst.

Bauen im Hauruck-Verfahren – Kritik am Bezirksamt


Sieben neue Dachgeschosswohnungen, mindestens 15 Parkplätze in dem bisherigen Garten - das sind die offiziellen Pläne der Langbein-Stiftung in der Gärtnerstraße 28 in Hoheluft. Was genau geschehen soll, blieb lange im Dunkeln. So richtig klar ist es immer noch nicht.
Im Frühjahr wurden die Bewohner von den Plänen überrumpelt, erst durch kritische Nachfragen und eigene Recherchen im Bezirksamt erfuhren die Mieter, was in ihrer Wohnanlage geplant ist. Dabei tauchten immer wieder Zweifel auf, ob das einfach so zu genehmigen ist.
Ein Beispiel: Die Fällgenehmigung für die vier Bäume im Vorgarten wurde erteilt, als es um Parkplätze ging. Später stellte dann jemand im Amt fest, dass für die neuen Wohnungen im Dach eine Feuerwehrzufahrt gebaut werden muss. Dafür sollten die Bäume dann fallen. Eine nachgeschobene Begründung für etwas, das schon längst vom Amt erlaubt war? Anfragen der Mieter an die Politik brachten nichts, dort konnte oder wollte kaum jemand weiterhelfen.
Nun gibt es auch bei den Parteien kritische Stimmen: „Wir wären froh, wenn das Bezirksamt bei der Genehmigungspraxis etwas verhaltener gewesen wäre“, sagt der Grünen-Bezirksabgeordnete Thorsten Büchner.
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