Töten soll die Ausnahme bleiben

Sportlern im Weg: In Eidelstedt und Stellingen wurden Maulwürfe getötet, weil sie Rasenplätze umgegraben hatten. (Foto: panthermedia)

Maulwürfe: Heftige Kritik am Vorgehen der Behörden – Bezirksamt Eimsbüttel will das nächste Mal mit Naturschützern reden

Er buddelt nicht mehr, er ist tot. Auch in Eidelstedt und Stellingen hat das Bezirksamt Eimsbüttel Maulwürfe auf Fußballplätzen umbringen lassen. Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist passiert?
Wie in Niendorf ist auch auf den Sportplätzen an der Hagenbeckstraße (Stellingen) und am Steinwiesenweg (Eidelstedt) der Maulwurf getötet worden. Anfang März ließ das Bezirksamt Eimsbüttel die Tiere mit Kohlenmonoxid in ihren Höhlen vergiften. Der Maulwurf hatte offenbar über die Winterpause im Erdreich der Plätze fleißig gegraben und etliche Hügel aufgeworfen.

Warum musste das Tier getötet werden?

Aus Sicht des Bezirksamts war das eine schnelle Lösung. Die Plätze seien nicht mehr bespielbar gewesen, Sportler hätten sich verletzen können, wenn sie über Erdhügel stolpern oder in Löcher treten.
Naturschützer kritisierten hingegen, dass mögliche Alternativen, den Maulwurf zu vertreiben, gar nicht erst ausprobiert wurden. Die Tierrechts-organisation Peta erstattete Strafanzeige gegen das Bezirksamt.

Werden die Tiere jetzt immer getötet?
Nein, das soll eine Ausnahme bleiben. Es gab dafür eine Sondergenehmigung der Umweltbehörde, die aber bereits Mitte März abgelaufen ist. Der Maulwurf steht unter Schutz. Das Bezirksamt Eimsbüttel will bei zukünftigen Fällen zumindest mit Naturschützern vom Nabu und von Peta über mögliche Alternativen zum Töten reden (siehe unten).

Alternativen zum Töten

Laut Biologe Heinz Peper (Nabu) gibt es mindestens drei Methoden, um den Maulwurf los zu werden.
1. Lärm: Das geräuschempfindliche Tier kann mit Ultraschallgeräten vertrieben werden. Auch das Trampeln von Fußballmannschaften mag der Buddler nicht.
2. Gerüche: Der Maulwurf hat eine empfindliche Nase, träufelt man die heftig stinkende Buttersäure in die Gänge, haut er ab, so Peper.
3. Lebendfallen: Das Tier kann auch eingefangen und auf eine andere Wiese weitab des Platzes gebracht werden.
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