Tierschützer kritisieren Hagenbecks Tierpark

Tierschützer protestierten vor Hagenbecks Tierpark gegen die Haltung von Löwe, Elefant oder Zebra. (Foto: Peta)

Zu enge Boxen, zu wenig Auslauf für Tiere? Hagenbeck widerspricht

Protesttour vor den angeblich „schlechtesten Zoos“ in Deutschland: Aktivisten der Organisation Peta statteten auch Hagenbecks Tierpark in Stellingen einen Besuch ab. Vor dem Eingang protestierten als Tiere verkleidete Aktivisten in Sträflingskostümen gegen die Haltung von Elefant, Löwe oder Zebra.
Die Tierschützer wenden sich generell gegen die Haltung von Wildtieren in Zoos. „In Zoos leben Tiere in engen Boxen und Käfigen, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten und genügend Auslauffläche. Während viele von ihnen in freier Natur kilometerlange Strecken zurücklegen, laufen sie in Zoos stundenlang im Kreis herum und ent- wickeln dadurch in der Regel schwere Verhaltensstörungen“, so Peta. Vor allem im Winter müssten die kälteempfindlichen Tiere in viel zu engen Innengehegen bleiben.
Die Tierschützer wollen bei ihrem Besuch bei Hagenbeck Beispiele für Verstöße gegen Haltungsrichtlinien gefunden haben. „Die Zebras werden in Einzelboxen gehalten, die gerade groß genug sind, dass sie sich umdrehen können. Es handelt sich bei Zebras um Wildtiere. Laut Angaben des Zoowärters können die Tiere nur ein bis zwei Stunden am Tag raus. Zwei der Zebras leiden bereits an sichtlichen Verhaltensstörungen“, so Peta-Zoologe Peter Höffken. Boxen- und Einzelhaltung seien laut Richtlinie nicht gestattet, Peta erwäge deshalb eine Anzeige gegen den Zoo.
Zweites Beispiel: „Zwei Strauße werden auf etwa 20 Quadratmeter in einem Innengehege gehalten. Eine dauerhafte Stallhaltung verstößt jedoch gegen die Leitlinien zur Straußenhaltung, da die Tiere sehr unter der Enge leiden“, so Höffken. Auch in diesem Fall erwäge Peta rechtliche Schritte.
Tierpark-Chef Stephan Hering-Hagenbeck zu der Kritik: „Bei der Tierrechtsorganisation Peta handelt es sich um eine Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Zoologische Gärten grundsätzlich abzuschaffen. Dies ist keine gute Grundlage für eine fachliche und sachliche Diskussion. Aus diesem Grund lehne ich es ab, zu der ,Kritik’ Stellung zu nehmen.“
Zu den einzelnen Vorwürfen will er dann nur so viel sagen: „Der Tierpark Hagenbeck wurde als erster deutscher Zoologischer Garten nach der Europäischen Zoo-Richtlinie zertifiziert und wird seither regelmäßig von dem Amt für Natur- und Ressourcenschutz der Freien und Hansestadt Hamburg revalidiert (überprüft, Anm. d. Redaktion). Es gibt durch die zuständige Behörde keinerlei Beanstandungen, da alle unsere Außen- wie Innengehege deutlich über den Mindestmaßen liegen.“
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