Tierschützer: "Eisbären leiden bei Hagenbeck"

Hängende Zunge: Bei sommerlichen Temperaturen sieht der Eisbär im Tierpark Hagenbeck ein bisschen mitgenommen aus. Tierschützer kritisieren die Haltung in Zoos grundsätzlich als nicht artgerecht.

Aktivisten lehnen Haltung der Polartiere in ungewohntem Klima ab

Die schwarze Zunge hängt lang heraus, der Eisbär tapert in seinem Gehege im Tierpark Hagenbeck hin und her – immer wieder. Die Polartiere sind eine der Attraktionen im neuen Eismeer bei Hagenbeck. Aktivisten der Tierrechtsorganisation Peta kritisieren den Stellinger Tierpark für die Haltung der Polarbären.
„Eisbären sind an ein Leben bei zweistelligen Minustemperaturen im ewigen Eis angepasst. Daher ist es völlig verantwortungslos, die Tiere in Deutschland zu halten“, so Peter Höffken, Wildtierexperte bei Peta. Wegen ihres dichten Fells könnten die Tiere die Wärme nicht über das Schwitzen ableiten, sie litten enorm unter den artwidrigen klimatischen Verhältnissen. „Wenn man einen Menschen in einem Skianzug in die Sahara stellt, dann ist das so, wie sich ein Eisbär in unseren Breitengraden fühlt“, so der Experte.
Zudem sei der Eisbär ein Wanderer und lege in der freien Natur bis zu 100 Kilometer am Tag zurück. Wenn den Tieren die Möglichkeit dazu in den zu engen Zoogehegen genommen werde, würden sie Verhaltensstörungen entwickeln. Peta sieht in der Haltung auch einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Daher fordert die Organisation, die Nachzucht der Tiere in Zoos zu beenden.
Die Haltung im Zoo habe nichts mit Artenschutz zu tun – es gehe dabei um wirtschaftliche Interessen: „Eisbären sind tolle Kassen- und Besuchermagneten“, so Höffken.
Auf Fragen des Elbe Wochenblatts reagierte der Tierpark Hagenbeck nicht.
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