Tiefbohrer bald im Einsatz

Durch den Hamburger Untergrund: eine Sielbaugrube aus der Vogelperspektive. archivfoto: Hamburg Wasser
 
Die Grafik zeigt die Strecke, die untertunnelt wird: Vom Startbauwerk in der Osterstraße setzen sich zwei Vortriebsmaschinen in Richtung Weidenstieg und Mansteinstraße in Bewegung. Grafik: Hamburg Wasser

Hamburg Wasser baut neues Siel unter der Bismarckstraße

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

Drei große Baugruben, viele kleine Schächte, und das alles über drei Jahre: In der Bismarckstraße in Eimsbüttel wird es für längere Zeit eng. Der städtische Versorger Hamburg Wasser baut zwischen Weidenstieg und Man-steinstraße ein neues Abwassersiel. Beginn ist im April. Die 900 Meter lange Abwasserröhre wird größtenteils unterirdisch gegraben. Aber auch von oben muss die Straße immer wieder aufgebuddelt werden, um Gullis und Haushalte an das neue Siel anzuschließen. Parallel dazu saniert der Be-zirk die Straße und gestaltet
manche Ecken um. Details
dazu werden im Sommer vorgestellt.
Diesen Donnerstag gibt es hingegen bereits erste Entwürfe für weitere Bauarbeiten zu sehen: Im Weidenstieg und in der Tornquiststraße wird ebenfalls die Straße umgebaut, um eine Fahrradstrecke zu verbessern. Die Veloroute 2 verläuft hier teilweise noch auf Kopfsteinpflaster, sehr holperig für viele Radfahrer. Wie es flotter laufen kann, ist umstritten. Anwohner machen sich für den Erhalt des rumpeligen Belags stark, ein Vorschlag der Planer ist eine Asphaltierung.
Die Pläne stellen Mitarbeiter des Bezirksamts am Donnerstag, 23. März, um 19 Uhr im Hamburg-Haus, Doormannsweg 12, vor.

Die Anwohner der Bismarckstraße müssen sich für die kommenden drei Jahre auf Bauarbeiten vor ihrer Haustür einstellen: In dieser Zeit erneuert das Unternehmen Hamburg Wasser ein 130 Jahre altes Speichersiel, dass unterhalb der Straße verläuft. Das neue Siel – geplante Fertigstellung: 2019 – soll dafür sorgen, dass Haushaltsabwässer sowie Regenwasser besser abgeleitet werden. Im Rahmen der Arbeiten an dem 900 Meter langen Abschnitt zwischen Mansteinstraße und Weidenstieg richtet Hamburg Wasser drei große Baugruben ein. Beginn der Maßnahme ist im April.
Vor allem nach starkem Regen war das alte Speichersiel in den letzten Jahren häufig in die Isebek übergelaufen. „Das war bisher drei- bis fünfmal pro Jahr der Fall“, erläutert Sabrina Schmalz, Sprecherin von Hamburg Wasser. „Ziel ist es, die Anzahl der Überläufe auf einmal alle paar Jahre zu reduzieren.“
Die Baukosten liegen bei
14 Millionen Euro
Zu diesem Zweck werden drei kleinere Ableitungssiele geschlossen und durch ein großes Überlaufbauwerk in Höhe der Goebenstraße ersetzt. Es kommen sogenannte Schildvortriebsmaschinen zum Einsatz, die sich von der Osterstraße aus in Richtung Weidenstieg und Mansteinstraße in einer Tiefe von fünf bis sieben Metern vorarbeiten. Auch von oben aus muss die Straße immer wieder aufgegraben werden, um Gullis und Haushalte an das neue Siel anzuschließen. Parallel dazu wird die Straße erneuert (siehe bitte Text unten). Die geschätzten Baukosten liegen bei 14 Millionen Euro.
Wer in der Bismarckstraße wohnt und ein Auto besitzt, wird künftig ein Stück weiter weg parken müssen: Denn durch den Sielbau sind die Parkmöglichkeiten stark eingeschränkt. Bereits gilt in einzelnen Abschnitten ein Halteverbot, ab Ende April werden weitere Parkplätze wegfallen. Die einzelnen Häuser sollen jedoch durchgehend erreichbar sein.
Die Sielerneuerung in der Bismarckstraße ist Teil des Innenstadt-Entlastungsprogramms, das die Stadt seit 2011 umsetzt. Bis zu 2,40 Meter hohe Transportsiele sollen künftig dafür sorgen, dass es zu weniger Überläufen und Überschwemmungen kommt. Mit dem Bau des letzten Teilstücks unterhalb der Bismarckstraße wird diese Maßnahme abgeschlossen.

Bismarckstraße

Parallel zur Sielerneuerung baut der Bezirk ab 2018 die Straße neu. Dafür wurde ein Beteiligungsverfahren gestartet, bei dem die Bürger mitplanen können (Infos unter ❱❱ www.hamburg.de). Planungsabschluss ist nach Auskunft des Bezirksamts in diesem Sommer.
Nach derzeitigem Stand werden die Parkplätze neu angeordnet, möglicherweise mit Extra-Stellflächen für Elektroautos. Im Gespräch ist auch eine Einbahnstraßenregelung für einzelne Abschnitte. Ganz neu gestaltet wird die Kreuzung Osterstraße, dort soll die Mittelinsel künftig wegfallen. Nach dem Wunsch der Anwohner sollen mehr Fahrradbügel und Straßenlaternen aufgestellt werden.
Die Bewohner der Bismarck- straße hatten im Vorfeld insbesondere über zu schmale und zugeparkte Gehwege geklagt. Bügel oder Poller könnten künftig für mehr räumliche Trennung sorgen. Die Gesamtanzahl der Parkplätze (aktuell 237) bleibt laut Planung in etwa erhalten. CVS
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