Theater macht zu viel Arbeit

Im Herbst zeigte die Gruppe Einwirkzeit das Stück „Die Ware Mensch“ im Bezirksamt Eimsbüttel. Die Aufführungen kamen gut an, es sollte weitere Termine geben. Doch das Bezirksamt lehnte ab: Zu viel Arbeit. (Foto: Christian Hanke)

Schauspieler aufgeschmissen: Bezirksamt Eimsbüttel lehnt weitere Aufführungen ab

Fünf Aufführungen gab es im Bezirksamt Eimsbüttel – nun bleiben für das Theater Einwirkzeit die Türen verschlossen. Angeblich macht der Kulturbetrieb am Wochenende dem Bezirksamt zu viel Arbeit – der Vorstand der Theatergruppe ist verärgert.

Ende Oktober und Anfang November zeigte die freie Theatergruppe ihr Stück „Die Ware Mensch“ im Bezirksamt Eimsbüttel. Zentraler Trick der Inszenierung: Die drei Schauspielerinnen spielen im Paternoster – dem alten Fahrstuhl – im Bezirksamt. Die Aufführungen kamen gut an.
Als die Theaterleute vor kurzem beim Bezirksamt um weitere Termine baten, bekamen sie eine Absage. „Nach Auswertung der Belastungen für das Bezirksamt und den Einschränkungen für den Dienstbetrieb werden wir keine weiteren Vorstellungen im Bezirksamt unterstützen“, teilte Behördenleiter Torsten Sevecke mit. Im Klartext: Macht zu viel Arbeit, stört, wollen wir nicht. Ein persönliches Gespräch wurde abgelehnt, so Christian Hanke vom Vorstand der Theatergruppe: „Herr Sevecke sagte mir, dass für uns eine einmalige Ausnahme gemacht wurde. Dabei sollten wir es belassen.“
Er will es aber nicht dabei belassen. Ihn und die anderen Aktiven ärgern die recht brüske Absage und die Begründung. Denn die Aufführungen der Theatergruppe waren allesamt am Freitagabend sowie am Wochenende. Und zu diesen Zeiten arbeitet in der Behörde bekanntlich niemand, es konnte also auch kein Dienstbetrieb behindert werden. Auch für Februar und März bat Einwirkzeit um Termine am Wochenende – „es handelt sich lediglich um Zeiten für Auf- und Abbau sowie Vorstellungen zu Zeiten, in denen kein Dienstbetrieb stattfindet“, so Hanke.
Hanke: „Wir sind traurig und enttäuscht darüber, dass keine weiteren Vorstellungen im Bezirksamt Eimsbüttel möglich sind. Aufgrund der Brisanz des Stücks und des enormen positiven Feedbacks auf unsere Vorstellungen sollte ein Bezirksamt nicht in erster Linie an den Dienstbetrieb denken.“ Der Vorstand hofft nun, dass die Fraktionen in der Bezirksversammlung noch ein gutes Wort für die Theaterleute einlegen.
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Carmen Rosenow aus Eimsbüttel | 04.01.2014 | 09:58  
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