„Theater ist Überlebenstraining“

Vorhang auf: Stephanie Grau gründete vor 35 Jahren das Theater Zeppelin.

Im Interview: Stephanie Grau, Gründerin und Leiterin des Theater Zeppelin

Stephanie Grau ist Gründerin und Leiterin des Theater Zeppelin – das Elbe Wochenblatt sprach mit ihr über Gegenwart und Zukunft der Kinder- und Jugendbühne.

Was ist das Spannendste am Theater?

Die Verwandlung und Überraschung. Ich bin neugierig, was die Kinder und Jugendlichen aus einer Idee machen, wie sie sich ausdrücken. Du musst Dich in eine neue Rolle begeben. Für viele ist das eine Freiheit, da tun sie Dinge, die sie sonst nicht tun würden.

Hilft Theater im Leben?
Klar! Es ist eine Art von Überlebenstraining, da lernt man, mit Sachen umzugehen, die plötzlich auf einen zukommen. Man entdeckt eigene Stärken, auf die man sich verlassen kann. Jeder sollte mal Theater spielen – allein deshalb, damit man sich nicht immer so ernst nimmt ...

Wie begann es mit dem Zeppelin?
Schon im Kindergarten hatte ich das Glück, dass ich eine theaterbegeisterte Kindergärtnerin hatte. In Paris habe ich viel später Pantomime und Akrobatik studiert, mit meiner Freundin Judith Compes gründete ich 1979 das Theater Zeppelin.

Als feste Bühne?
Nein, wir haben mit Straßentheater angefangen, waren dann eine Tourneetheater. Wir spielten hier in Hamburg auch in Hinterhöfen, auf ungewöhnlichen Plätzen, sogar im Thedeschwimmbad.

Wann wurde daraus die Theaterschule?
1990, nach der Inszenierung des Dschungelbuchs im Tik mit 84 Kindern. Die Arbeit mit Laiendarstellern hat mir immer schon viel Spaß gemacht. Unser Prinzip: Die Schauspieler entwickeln das Stück von der Idee bis zur Aufführung selbst, erfahrene Theaterleute unterstützen sie dabei. Das gilt beim Zeppelin bis heute. 

Kinder haben heute weniger Zeit für Hobbys, weil sie bis nachmittags in der Schule sind – macht sich das bemerkbar?
Ja, natürlich. Die Zeit zu haben sich wirklich mit einem Thema, einer fremden Rolle zu beschäftigen, in einem Ensemble mitzuspielen braucht viel Begeisterung und innere Motivation. In der letzten Spielzeit haben wir die gesamte Odyssee mit 24 Vorstellungen auf dem Hoheluftschiff gespielt, da waren sechs Schulen mit dabei, das sind andere Formen der Vernetzung. Das war einfach großartig. In der nächsten Spielzeit stehen unsere noch kleineren Spieler im Mittelpunkt: Theater mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren – so etwas wie „Theatrale-Früh-Erfahrung“.
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