Teures Wendemanöver

Einfach über die Busspur gefahren – Gericht verhängt Geldstrafe und Fahrverbot für Marek R.

Von Petra Manning, Hoheluft – Das teuerste Wendemanöver seines Lebens: 1.200 Euro Geldstrafe muss Marek R. zahlen. Er hatte auf der Hoheluftchaussee einen Richtung Innenstadt steuernden Busfahrer zu einer Vollbremsung gezwungen, als er mit seinem Kombi über die Busspur sauste, um auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Parkplatz zu ergattern. Fünf Fahrgäste wurden verletzt. Für die Staatsanwaltschaft ein Fall fahrlässiger Körperletzung. Was den 48-Jährigen, dessen Schlusswort vor Gericht in Tränen untergeht, aber vor allem trifft, ist die Tatsache, dass der Amtsrichter auch ein neunmonatiges Fahrverbot verhängt. Gegen das Urteil kann der Angeklagte Rechtsmittel einlegen.
Der gelernte Dreher übernimmt Dienstleistungen aller Art, ist deshalb, wie seine Verteidigerin hervorhebt, auf die Fahrerlaubnis angewiesen. Damit ist es aber laut Urteil nun für ein Dreivierteljahr vorbei, sind doch Amtsrichter und die Vertreter der Staatsanwaltschaft und einer Nebenklägerin im Verlauf des Prozesses zu der Ansicht gelangt, dass der Mann sich zudem einer fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig gemacht hat.
Grob verkehrswidrig und rücksichtslos habe er die Vorfahrt des Doppelgelenkbusses missachtet, habe weder die durchgezogene Linie respektiert noch geblinkt, sagt der Richter. Der Anwalt der Nebenklägerin spricht sogar von einem „lebensgefährlichen Verhalten“.
Von rücksichtsloser Fahrweise könne keine Rede sein, so die Verteidigerin. „Mein Mandant hat die Lage falsch beurteilt.“ Er sei der Ansicht gewesen, dass er das Wenden schaffen könne, ohne Busfahrer und -insassen in Bedrängnis zu bringen. „Er ist kein Verkehrsrowdy, hat nicht einmal Punkte in Flensburg.“
Der Angeklagte nutzt auch sein „letztes Wort“, um zu sagen, wie leid ihm alles tue. Schon zuvor hatte er bei jedem der Zeugen um Entschuldigung für sein Verhalten gebeten. „Ich bin mir aber sicher, dass ich vor dem Wenden geblinkt habe.“
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