Synagoge erstrahlt in neuem Glanz

Gemeindevorsteher Dr. Uli Lohse erläuterte Interessierten zur Neueröffnung die frisch renovierte Synagoge. (Foto: rs)

Jüdisches Gotteshaus wurde nach zwei Jahren Renovierung wieder eröffnet

Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – Der Keller stand unter Wasser, das Gestühl war altersschwach, die Fenster marode – doch jetzt erstrahlt die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Hamburg in neuem Glanz. Das 1960 eingeweihte Gotteshaus an der Hohen Weide wurde saniert. Vorige Woche weihte die Jüdische Gemeinde ihre Synagoge wieder ein – mit einem offiziellen Festakt und einem Rundgang für Besucher.
Im Zentrum der Synagoge steht das Heiligste: die handgeschriebenen Tora-Rollen mit den fünf Büchern Mose, der hebräischen Bibel. Die Tora-Rollen werden durch einen dunkelblauen Vorhang verhüllt und nur zum Gottesdienst herausgenommen. Die 400 neuen Polsterstühle wurden in Israel gefertigt. Rechts neben den Tora-Rollen steht ein großer, achtarmiger Leuchter, der während der Nazizeit beschlagnahmt worden war. „Das ist ein Leuchter aus den portugiesischen Gemeinden aus dem 17. Jahrhundert“, erläutert Roy Naor, Pressesprecher der Gemeinde. „Der Leuchter wurde aufwendig restauriert. Auf solche Gegenstände sind wir stolz, weil wir damit an Traditionen des Hamburger Judentums anknüpfen.“
Ein Großteil der früheren jüdischen Gemeinden in Hamburg und Altona stammt ab von portugiesischen (sephardischen) Juden, die sich nach ihrer Vertreibung vor rund 400 Jahren hier ansiedelten. Die jüdische Gemeinde Hamburg wurde im Faschismus zerschlagen, die meisten Mitglieder deportiert und ermordet.
Rund 1,5 Millionen Euro kos-tete die Renovierung der
Synagoge bisher. Eine Million Euro kam von der Hermann Reemtsma Stiftung, der Rest wurde durch Spenden aufgebracht. Die Gesamtkosten werden auf 3,5 Millionen Euro geschätzt. „Das Dach und die Fenster müssen noch erneuert werden“, erklärte Naor. Im Bau befindet sich noch ein Mikwe, ein rituelles Bad. Zudem ist ein barrierefreier Zugang am Eingang geplant.
Zum Gotteshaus gehört auch die Kleine Synagoge mit Sitz- und Arbeitsplätzen. Sie kann von dem großen Gebetsraum durch eine Schiebetür getrennt werden.
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