Suche nach einem neuen Jazzclub

War das schön im Birdland: Derzeit gibt es in mehreren Spielstätten Jazzreihen. Eine Gruppe Aktiver und Musiker will im nächsten Jahr einen neuen Club für modernen Jazz etablieren. (Foto: cv)

Nach der Schließung des Birdland will die Jazz Federation wieder eine eigene Spielstätte etablieren

- Carsten Vitt, Eimsbüttel -Das Birdland an der Gärtnerstraße ist zu. Aber der Live-Jazz lebt weiter, wenn auch in kleinerem Rahmen. Im Club Keteke, im Music Club Live und – noch – im Theater Foolsgarden gibt es derzeit Jazzreihen (siehe Kasten). Eine Gruppe Aktiver und Musiker ist derweil auf der Suche nach einem neuen Club. „Wir wollen wieder eine zentrale Anlaufstelle für Modern Jazz wie das Birdland schaffen“, sagt Rainer Tormin vom Vorstand der Jazz Federation. Derzeit seien etwa 30 Spielstätten in der Auswahl.
Die Jazz Federation war bis vor kurzem Ausrichter des Programms im Birdland. Nun hat der 550 Mitglieder starke Verein einen neuen Vorstand und neue Ziele. Ursprünglich hatte eine Gruppe Aktiver Birdland-Gründer Dieter Reichert vorgeschlagen, den Club unter neuer Regie weiterzuführen. Doch Reichert, der mit seiner Frau 28 Jahre lang das Birdland am Laufen hielt, wollte einen Schlussstrich ziehen. Da der Club im Keller seines Hauses ist, wollte er dort auch keinen anderen Pächter zulassen.
Der jetzige Vorstand der Jazz Federation, der sich aus Jazzliebhabern und Musikern zusammensetzt, will nun eine Spielstätte finden, die „ebenso gut ist wie das Birdland“, so Tormin. Gut zu erreichen, ein bisschen größer. „Wir wollen dort Ausrichter sein und das Programm bestimmen“, so Tormin. In einem neuen Club soll es an vier Abenden nur Jazz geben – Konzerte, Jam-Sessions, Vocal Sessions mit Sängern.
Wann könnte es klappen? „Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr einen neuen Club haben werden. Die Qualität ist aber das Entscheidende, daher suchen wir lieber etwas länger“, so Tormin.
Klar ist: So günstig wie im mietfrei überlassenen Birdland kommt man nicht wieder weg. Was kann der Verein bieten? Über Mitgliedsbeiträge kommen jährlich etwa 60.000 Euro zusammen, davon müss-ten dann Miete, Gagen und weitere Betriebskosten gezahlt werden. Die finanzielle Basis will der Verein noch stärken: Zum einen über höhere Beiträge, und es sollen mehr Mitglieder geworben werden.
„Langfristig träumen wir davon, einen eigenen Club zu betreiben“, sagt Tormin. Zunächst aber starte der Verein in einer neuen Spielstätte in der Rolle als Ausrichter.

Hier gibt es Live-Jazz in Eimsbüttel:
Seit Anfang Juli gibt es die Ex-Birdland-Jam-Session jeden Mittwoch im Music Club Live, Fruchtallee 36, Beginn: 20 Uhr.
Im Club Keteke, Gärtnerstraße 126, hat der Pianist Burkhardt „Buggy“ Braune eine neue Jam-Session initiiert. Jeden Donnerstag, ab 20 Uhr.
Im Theater Foolsgarden, Lerchenstraße 113, gibt es sonntags ab 19 Uhr „Jazz im Schanzenviertel“. Da das Foolsgarden Ende des Jahres schließt, zieht die Reihe Anfang November in das Café Sternchance, Schröderstiftstraße 7, um.
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