Streit ums Vordrängeln endet blutig

Gerichtsverhandlung: Mann (36) rastet vor Konditorei aus und schlitzt seinem Opfer (46) das Gesicht auf

Von Reinhard Schwarz, Stellingen
Ein Brötchenkauf, der in einem blutigen Desaster endet. Als der Journalist Florian R. am Karfreitag 2014 in der „Kleinen Konditorei“ am Langenfelder Damm einen Vordrängler ermahnt, rastet der Angesprochene aus. Mit einem Taschenmesser verletzt der 36-jährige Bekim S. den 46-Jährigen im Gesicht. Das Opfer erlitt eine vier Zentimeter lange, klaffende Schnittwunde, ihm wurde fast ein Ohr abgetrennt. Vergangene Woche wurde der Fall vor dem Strafgericht verhandelt.
Noch heute leidet der 46-Jährige unter Konzentrations- und Schlafstörungen und sei in psychologischer Behandlung, schildert Florian R. dem Richter und bricht dabei fast in Tränen aus. Der Angeklagte Bekim S. gibt die Tat zu. Sein Verteidiger verliest ein Schreiben des Täters, in dem dieser versucht, sein Verhalten zu erklären. „Ich hätte mich hinten anstellen müssen. Ich möchte mich für mein Verhalten entschuldigen“, liest der Verteidiger vor. Er überreicht der Anwältin des Opfers einen Briefumschlag mit 500 Euro, sozusagen als Geste des guten Willens von Bekim S. und als Anzahlung für eine mögliche Schmerzensgeldforderung.

Das Urteil: zehn Monate auf Bewährung

Warum der Journalist mit dem späteren Täter die Konditorei verließ, um den Streit vor der Tür weiter auszutragen, bleibt unklar. Der Verteidiger spricht von einem gewissen Mit-Verschulden des Opfers, wenn auch der Angeklagte eindeutig die Hauptschuld trage. Warum er mit dem kleinen Taschenmesser zugestochen hat, kann Bekim S. dem Gericht nicht erklären. Er habe sich von dem deutlich größeren Florian R. bedroht gefühlt, lässt er seinen Anwalt vortragen.
Sein Ausraster kommt den Angeklagten, der mittlerweile bei seiner Mutter in Norderstedt lebt, teuer zu stehen. Das Gericht verurteilt ihn zu einer Haftstrafe von zehn Monaten und einem Schmerzensgeld von 3.600 Euro. Zusätzlich muss er die Gerichtskosten zahlen sowie die Kosten für die Anwältin des Nebenklägers. Die Haftstrafe wird zur dreijährigen Bewährung ausgesetzt. Zudem kommen auf den Täter noch Schadensersatzansprüche zu.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.