Streit um Neubau

Sind mit dem Neubau im Hinterhof nicht einverstanden: Margret Naini (l.) und Sabine Lüdemann. Foto: cv

Stellingen: Nachbarn wehren sich gegen ein Wohnhaus im Hinterhof

Carsten Vitt, Stellingen

Wohnungen müssen her, da wird es an vielen Ecken in Eimsbüttel noch enger, um neue Häuser zu bauen. In Stellingen ist es für manche Nachbarn dunkler geworden: Ein Neubau im Hinterhof hält vor allem nachmittags das Sonnenlicht ab. „Wir sind jetzt Kellerkinder“, unkt der Bewohner einer Erdgeschosswohnung, der direkt betroffen ist.
Im Steenwisch 99a ist sozusagen „in zweiter Reihe“ ein Wohnhaus entstanden. Der Hinterhof zwischen Wieckstraße, Hagenbeckstraße und Steenwisch ist eingerahmt von zwei- bis vierstöckigen Häusern. Im Innenhof ragt ein grauer Neubau empor – ebenfalls viegschossig, mit Tiefgarage.
Die Eigentümergemeinschaft in der Hagenbeckstraße 11 stören mehrere Details des neuen Hauses. Vor allem die Höhe. Der Bau rage schon mit der Tiefgarage, die größtenteils über dem Erdreich liege, deutlich über den Boden hinaus, kritisieren Sabine Lüdemann und Margret Naini. Insgesamt halten sie das Haus für zu hoch und zweifeln an, ob das mit dem Bebauungsrecht vereinbar sei.
Zudem bemängeln die Nachbarn, dass sehr eng an die Grenze ihres Grundstücks herangebaut werde und dass sie vor Baubeginn nicht informiert wurden.
Nachgehakt beim Bezirksamt Eimsbüttel, das sich nach Anfrage des Elbe Wochenblatts vor Ort umschaute: „Alles korrekt?“ Laut Amt: Ja. Im Herbst 2015 wurde eine Baugenehmigung für ein viergeschossiges Gebäude mit elf Wohnungen erteilt. Und das steht nun da – gemäß Bebauungsplan (B-Plan) und Baugenehmigung. Beteiligt werden mussten die Nachbarn laut Amt nicht, da es keine Abweichungen vom B-Plan gebe.
Soweit das Baurecht. Dass die Nachbarn nun teilweise nachmittags im Schatten stehen, ist offenbar eine andere Sache. „Wie bei nahezu allen Bauvorhaben in Hamburg ist es natürlich so, dass, nachdem eine
Lücke bebaut worden ist, dort der Blick nicht mehr so ist, wie er vorher war“, sagt Frank Bohlander (Quantum Projektentwicklung), der hier als Privatmann baut. Er habe aus Rück-sicht sogar mehr Abstand zu Nachbargebäuden gelassen als vorgeschrieben sei, so Bohlander.
Die Eigentümergemeinschaft will die Bebauung weiter prüfen lassen.
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