Streik bei Neupack geht weiter

Seit 1. November streiken Neupack-Beschäftigte für einen Tarifvertrag in dem Stellinger Unternehmen. (Foto: ap)

Kampf um einen Tarifvertrag: Keine Annäherung zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaft

Der Streik bei Neupack in Stellingen geht weiter. Die Positionen von Gewerkschaft und Geschäftsführung liegen offenbar zu weit auseinander.
Seit Anfang November ist gut die Hälfte der Mitarbeiter des Stellinger Verpackungsunternehmens im Ausstand. Sie wollen einen Tarifvertrag im Unternehmen durchsetzen. Bisher hat der mittelständische Betrieb ein solches allgemeines Regelwerk abgelehnt und lieber mit den Angestellten individuell Arbeitsverträge ausgehandelt. Die Branchengewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) sieht darin eine „Gutsherrenart“ und kämpft um Einfluss im Unternehmen.
Kurz vor Weihnachten legte die Familie Krüger, Inhaber von Neupack, neue Angebote vor. Kernpunkte: Einführung der 38-Stunden-Woche, ein Basis-Stundenlohn von 8,80 Euro, höhere Zulagen für Überstunden und Nachtarbeit, mehr Urlaubstage und höheres Urlaubsgeld.
Allerdings hat Neupack dies den Beschäftigten wiederum als persönliches Paket angeboten. Sprich: Jeder Mitarbeiter könnte solch eine Vereinbarung als Zusatzklausel zum Arbeitsvertrag abschließen, aber es gilt kein einheitlicher Tarifvertrag für das Unternehmen. Neupack will damit die Gewerkschaft und deren Lohnstandards aus dem Betrieb raushalten.
IG BCE-Sekretär Rajko Pientka sieht darin einen „taktischen Versuch“ der Unternehmsführung. „Individuelle Vereinbarungen haben keinen Bestand in diesem Unternehmen“, sagt er. Die Mehrzahl der Beschäftigten wolle keine Einzelvereinbarungen. Die Gewerkschaft richtet sich auf einen längeren Arbeitskampf ein und hat bereits Aufenthalts-Container für die Streikenden geordert.

Streit um Erklärung der Bezirkspolitik


Etliche Belegschaften und Initiativen erklärten sich solidarisch mit den Neupack-Mitarbeitern – auch die Mehrheit der Bezirksversammlung Eimsbüttel verabschiedete eine Erklärung, in der die Forderung nach einem Tarifvertrag unterstützt wird. SPD, Grüne und Linke beschlossen den Text, CDU und FDP stimmten dagegen. Für die CDU gibt sich die Politik mit dem einseitigen Text „der Lächerlichkeit preis“. „Die Politik muss sich aus Tarifkonflikten heraushalten, wenn Politik denn glaubwürdig sein will!“, so der Stellinger CDU-Abgeordnete Andreas Christoph.
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