Straßenkunst im Bürogebäude

Dhear (26) ist Streetart-Künstler und freier Illustrator in Mexico-City, im „Wash-Camp“ am Schulterblatt gestaltete er ein Graffito zum Thema Wasser. Foto: cvs

Viva-con-Agua-Wassertage: Dhear (26) aus Mexiko sprüht im Schanzenviertel

Von Christopher von Savigny, Sternschanze – Normalerweise streift Dhear, Graffiti-Künstler aus Mexiko, nachts durch seine Heimatstadt Mexico-City, um Betonmauern mit bunten „Tags“ zu verzieren. Jetzt steht der 26-Jährige, der seinen richtigen Namen nicht nennen möchte, mit einer Sprühdose vor einer zwölf Quadratmeter großen Holz-wand in einem ungenutzten Bürogebäude im Schanzenviertel. Blaue, gelbe und orange Formen dominieren sein Streetart-Gemälde – eine Unterwasserszene mit urtümlichen und ausgedachten Tieren und Pflanzen.
„Ich liebe es, mir meine eigene Welt zu erfinden“, sagt Dhear, einer von elf internationalen Künstlern, die im Rahmen der dritten Viva-con-Agua-Wassertage nach Hamburg eingeladen wurden. Es geht um sauberes Wasser für Menschen in Entwicklungsländern. Konzerte, Kunstaktionen und Sportveranstaltungen sollen auf das vor sechs Jahren von Ex-St. Pauli-Kicker Benny Adrion gegründete Netzwerk Viva con Agua aufmerksam machen. Der Erlös geht an ein Projekt in Äthiopien.
Bislang sind auf Dhears „Leinwand“ – die sich aus zusammengeschraubten Holzresten und alten Türen zusammensetzt – erst vage Umrisse zu erkennen. In spätestens zwei Tagen soll das Mammut-Graffito fertig sein. „Das Große ist eine Mischung aus einer Qualle, einem Reptil, einem Fisch und einem Wal“, erklärt Dhear, der sich privat gerne mit Biologie beschäftigt. Neben dem Quallenmonster, das später mit japanischen Mustern und Schriftzeichen verziert wird, tummeln sich weitere Fische sowie „Trilobiten“, eine Art Urzeitkrebse. Dhear unterstützt das Hamburger Projekt. „Mexiko hat in Sachen Naturschutz viel aufzuholen“, sagt er.
Für die einwöchige Kunstaktion, das „Wash Social Art Festival“, stellte eine Hamburger Immobilienfirma 600 Quadratmeter ungenutzten Büroraum zur Verfügung. Im Vorfeld hatten 30 ehrenamtliche Helfer geschraubt, gepinselt und gespendeten Teppichboden verlegt. Mit dem Erfolg ihres Vorhabens, die „urbane Welt“ der Straße nach drinnen zu verlegen, ist Organisatorin Dannie Quilitzsch sehr zufrieden. „Da hängt viel Herzblut dran“, sagt sie.

Finissage: Sonnabend, 19. November, 12-19 Uhr, „Wash Camp“, Schulterblatt 36. Infos: www.vivaconagua.org sowie www.flickr.com/dhear
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.