Straßenbau: Bürger müssen zahlen, dürfen aber nicht mitreden

Pinguinweg: Bezirksamt stellt Anwohner vor vollendete Tatsachen

Reinhard Schwarz, Stellingen – Das wird teuer für die Anwohner: Der Pinguinweg nahe Hagenbecks Tierpark soll „erstmalig, endgültig hergestellt“ werden. Die Anwohner müssen zahlen. Dafür, dass ihre Straße, die sich derzeit noch im „Urzustand“ befindet, demnächst eine ordentliche Fahrbahnbegrenzung bekommt, dass die Gräben funktionieren und dass gepflasterte Parkplätze entstehen. All das kostet im Fall des Pinguinwegs voraussichtlich rund 340.000 Euro. Zehn Prozent davon – also 34.000 Euro – übernimmt die Stadt, den Rest – also 306.000 Euro – zahlen die Grundstückseigentümer, wenn sie es können. Baubeginn ist voraussichtlich im September 2012, Dauer: drei bis vier Monate. Kosten pro Eigentümer: 15.000 bis 17.000 Euro.
Während der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Stellingen stellten Mitarbeiter des Bezirksamts Eimsbüttel die Planungen vor. Die rund 30 Bürger aus dem Pinguinweg nahmen den Vortrag missmutig grollend zur Kenntnis – im Bewusstsein, dass sie um ihre Zahlungsverpflichtung wohl nicht herumkommen werden. Umso mehr stand die Forderung nach Mitbestimmung im Raum. „Haben wir denn noch irgendwie Einfluss auf die Gestaltung?“, fragte eine Anwohnerin. „Nein“, beschied ihr Bezirksamtsmitarbeiter Daniel Fachet. Die Anwohnerin hatte sich über die „unmöglichen Granitsteine“ aufgeregt, die in einer Nachbarstraße verlegt wurden. Die verwendeten grauen Pflastersteine würden standardmäßig „hamburg-einheitlich“ verwendet, so Fachet.
Die Dame ließ jedoch nicht locker: „Das kann doch nicht sein, dass das über unseren Kopf hinweg entschieden wird“, wandte sie ein. „Ich kann das nicht entscheiden, ich bin nur Sachbearbeiter“, wich Fachet ihr aus. Einem anderen Anwohner, der noch Verschönerungen einforderte, sagte er mit Verweis auf die Kosten: „Schön machen wir das leider nicht.“
Trost spendeten die ebenfalls anwesenden Damen von der Finanzbehörde auch nicht. Sie verdeutlichten, dass die Zahlung spätestens einen Monat nach Erhalt des Bescheids erfolgen muss. Wer das nicht kann, müsse einen Antrag auf Stundung stellen.

Die Pläne zum Ausbau des Pinguinwegs liegen im Bezirksamt Eimsbüttel, Grindelberg 66, noch bis 7. Juni im 9. Stock in Raum 927 zur Einsicht aus. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8.30 bis 11.30 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr.
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