Sterben wird immer teurer

Beerdigungen ab 5.000 Euro aufwärts: Stirbt ein Angehöriger, kann es heutzutage richtig teuer werden. (Foto: cvs)

Bestattungen: Gebühren um bis zu 374 Prozent gestiegen

Christopher von Savigny, Stellingen

Für die Beerdigung eines Verstorbenen müssen Angehörige heutzutage tief in die Tasche greifen: 775 Euro kostet auf Hamburgs städtischen Friedhöfen eine Erdbestattung, immerhin noch 240 Euro sind für eine Urnenbeisetzung zu entrichten. Happig nehmen sich auch die Preise für die Grabmiete aus – üblich ist hier ein Zeitraum von 25 Jahren: So zahlt man laut bezirklicher Gebührenordnung zwischen 1.100 und 1.475 Euro für ein Sarggrab, 890 bis 1.200 Euro kostet ein Urnengrab.
Günstiger wird ein Todesfall, wenn die Wahl auf eine kirchliche Beerdigung fällt: Der Friedhof Stellingen etwa nimmt für eine Sargbestattung rund 615 Euro, die Urnenbeisetzung schlägt mit 215 Euro zu Buche. Für die anschließende Grabmiete müssen 1.100 Euro (Sarg) beziehungsweise 687,50 Euro (Urne) gezahlt werden.
Über die Preise für nicht-kirchliche Bestattungen kann Elbe-Wochenblatt-Leser Gerd Plambeck nur den Kopf schütteln. „Die Kosten für Bestattungen sind in den letzten Jahren explodiert“, sagt der Rentner. Selbst bei einem bescheidenen traditionellen Begräbnis müsse man heutzutage mit etwa 5.000 Euro rechnen. „Diesen Betrag aufzubringen, fällt einem Rentnerhaushalt außerordentlich schwer.“

Erdbestattungen: Seltener nachgefragt, daher teurer

Bei einem Vergleich hat Plambeck deutliche Steigerungen festgestellt. So seien die Kosten für eine Urnenbeisetzung innerhalb der letzten zwölf Jahre um 74 Prozent angestiegen, die Nutzungsgebühr (Grabmiete) für ein Urnengrab sogar um 224 Prozent. Die Hamburger Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge (GBV) spricht von einem überregionalen Phänomen: „Die Gebühren sind bundesweit drastisch angestiegen“, sagt Pressesprecherin Anja Rohde. Angehörige müssten mit Erhöhungen von bis zu 374 Prozent rechnen. Hintergrund sei der anhaltende Trend zur Feuerbestattung. „Teure Erdbestattungen werden hingegen weniger nachgefragt“, so Rohde. Auf diese Weise entstünde den Kommunen schnell ein finanzielles Defizit, das man durch Preissteigerungen aufzufangen versuche.

Preisvergleich

Für Angehörige gestaltet sich ein Preisvergleich meist kompliziert, da die Friedhofsgebühren in der Regel unterschiedliche Leistungen beinhalten. Unter anderem muss man sich zwischen einem Wahl- und einem Reihengrab entscheiden. Auch eine etwaige Kapellennutzung und die Art der Grabpflege müssen geklärt werden.
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