Stellinger Schüler mischen mit bei der Bürgerschaftswahl

Doruk, Timo, Nils und Kübra (alle 16, v.l.) stimmen am 15. Februar mit ab – und engagieren sich als Wahlhelfer in Lokstedt.

Jugendliche wollen Mitschüler für Politik interessieren und sind am 15. Februar als Wahlhelfer aktiv

Doruk ist Umweltschutz wichtig. Nils interessiert, wie die Wahl abläuft, Timo will bessere Straßen und kostenlose Parkplätze. Die drei Zehntklässler der Stadtteilschule Stellingen engagieren sich. Seit Dezember treffen sie sich mit Mitschülern in einer Gruppe, um sich auf die Bürgerschaftswahl vorzubereiten. Sie organisieren eine Testwahl für den zehnten Jahrgang an der Stadtteilschule. Am Sonntag, 15. Februar, sind sie mit Projektleiter Christian Egbering Wahlhelfer im Wahllokal Döhrnstraße in Lokstedt.
Die achtköpfige Gruppe der Stadtteilschule hat sich mit Egbering darauf vorbereitet, wie das geht mit dem Abstimmen und Auszählen. Zehn Kreuze – fünf auf zwei verschiedenen Wahllisten – darf jeder Bürger machen. Da muss genau darauf geachtet werden, dass die Regeln eingehalten werden. Und beim Auszählen tausender Stimmzettel muss man den Überblick bewahren. Am Sonntagabend werden zunächst die landesweiten Listen ausgewertet. Am Montag werden auch die Zettel mit den Kreuzen für die lokalen Wahlkreiskandidaten ausgezählt. Im Laufe des Nachmittags soll das Ergebnis feststehen.

Erst Wahlplakate, dann ins Internet


Die Stellinger Gruppe ist eine Ausnahme: Sie interessiert sich mehr für Politik als ihre Mitschüler. „Den meisten ist das nicht so wichtig, die wissen auch nicht so viel darüber“, sagen Nils, Doruk und Timo. Warum? „Viele halten die Wahl für einen großen Aufwand. Und sie denken, dass man Politikern nicht vertrauen kann, weil sie sicht halten, was sie versprechen“, sagen die Jungs.
Wie informieren sich die Jugendlichen über Politik? Interesse wird zuerst meist über Wahlplakate geweckt. „Wenn uns etwas wichtig ist, schauen wir dann im Internet bei den Parteien genauer nach.“ Ein Wunsch an Bürgermeister Olaf Scholz? Nils findet einen kos-tenlosen HVV wichtig. Doruk wünscht sich, dass die Stadt nicht mehr so dreckig ist. Timo ist für den Ausbau und das Reparieren von Straßen.
Kein Bock auf Politik? Ach was, es müssen nur Themen her, die junge Menschen interessieren!

Jungwähler
Was viele nicht wissen: Bürger ab 16 Jahren dürfen mit abstimmen über den künftigen Kurs Hamburgs. Im Bezirk Eimsbüttel sind 3.510 junge Menschen im Alter von 16 und 17 Jahren wahlberechtigt – insgesamt dürfen 193.000 Bürger abstimmen. Macht einen rechnerischen Anteil von 1,8 Prozent Jungwählern.
Ähnlich wie die Stellinger Schülergruppe betreuen auch Jugendliche vom Gymnasium Corveystraße das Wahllokal in ihrer Schule. Insgesamt gibt es im Bezirk Eimsbüttel 268 Wahllokale. Etwa 2.100 Wahlhelfer sind bezirksweit am 15. Februar im Einsatz.
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1 Kommentar
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Heiko Maier aus Altona | 14.02.2015 | 12:07  
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