Stellinger rätseln: Was wird an der Warnstedtstraße gebaut?

Auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Warnstedtstraße 55-57 wird der Bau der Tiefgarage vorbereitet. Aber was wird am Ende dort stehen? Anwohner tappten in den vergangenen Wochen im Dunkeln. (Foto: fh)

Kein Bauschild, keine Infos: Anwohner befürchten einen "Klotz" – das Wochenblatt sprach mit dem Investor

Frauke Heiderhoff/Carsten Vitt – Drei Bagger, ein Kran und etliche Arbeiter sind an der Baustelle Warnstedtstraße 55-57 im Einsatz. Doch was entsteht da eigentlich? Und wie wird es aussehen? Darüber rätseln Anwohner seit Wochen – weit und breit steht kein Bauschild. „Wird uns hier still und heimlich ein Klotz vor die Nase gesetzt?“, rätselt ein Nachbar. Eine 45-jährige Anwohnerin hat bislang vergeb-lich versucht, Informationen zu bekommen: „Hoffentlich wird das hier kein Sozialghetto.“ Es gebe in der Ecke rund um S-Bahn und Försterweg „sowieso schon sehr viele Sozialwohnungen“. „Immer wieder gab es wechselnde Auskünfte“, sagt ihre 46-jährige Nachbarin. Sozialwohnungen, hochwertige Eigentumswohnungen, doch nun sei auf einmal nur noch „von Mietwohnungen“ die Rede.
Das Elbe Wochenblatt hat den Bauherrn gefragt. Die Firmengruppe FCC(Financial Capital Consulting) von Michael Soufi baut an der Warnstedtstraße. Geplant sind etwa 160 Wohnungen – alle zur Miete, versichert FCC-Geschäftsführer Soufi. Die Zurückhaltung erklärt er so: Um sich vor einem frühzeitigen Ansturm zu schützen, habe er auf Projektinfos vor Ort verzichtet. „Die Verwaltungsgesellschaften rundherum wissen aber schon länger Bescheid“, so Soufi.
Ihm zufolge ist an der Warnstedtstraße ein familien- und seniorenfreundliches Quartier mit Innenhof und Spielbereich für Kinder vorgesehen. Es solle kein Klotz, sondern ein abgestufter Bau mit unterschiedlichen Höhen entstehen. Das Bezirksamt spricht hingegen von mehreren viergeschossigen Mehrfamilienhäusern. Zur Straße hin grenzt ein viergeschossiger Riegel mit weiteren Aufbauten den Bereich ab. Dort entsteht ein Boardinghaus, eine Art Apartmenthotel: Fertig eingerichtete Wohnungen sollen für Teilzeit-Hamburger zu mieten sein.
Die Mietpreise für die Wohnungen im Innenbereich sollen laut Soufi „im sozial verträglichen Rahmen“ bleiben. Im Klartext: Ortsübliche Neubaumieten von etwa zwölf Euro oder mehr pro Quadratmeter. Sozialwohnungen soll es keine geben.
Soufis Geldgeber sind große Investoren, darunter auch Fonds, denen es um eine „langfristige Vermietung“ gehe. In-
vestiert wird eine Summe im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Hintergrund:
Grundlage für die Neubauten ist der B-Plan Stellingen 9. Laut Stephan Glunz, Pressesprecher des Bezirksamtes, entsteht an der Straße ein viergeschossiges Boardinghaus. Mehrere viergeschossige Mehrfamilienhäuser werden dahinter errichtet. „Selbstverständlich haben die Nachbarn die Chance, sich die Unterlagen nach Absprache anzusehen“, so Glunz.
Zu Investitionen und Geldgebern nennt Bauherr Michael Soufi keine Details. Einer outet sich selbst: Der Fonds „FHH Real Estate 5 - Aktiv Select Deutschland“ investiert an der Warnstedtstraße 5,4 Millionen Euro. Die Strategie wird als „opportunistisch“ beschrieben, es gehe um kurz- bis mittelfristige Anlagen, um neun bis elf Prozent Rendite zu erwirtschaften.
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