Stellingen zu Altona: Ist im Nachbarbezirk wirklich alles besser?

Unzufrieden mit Eimsbüttel: Cornelia Mertens fordert, dass der Stadtteil Stellingen dem Bezirk Altona zugeschlagen wird. (Foto: rs)

Stellinger und Eidelstedter Grüne haben die Nase voll vom Bezirk Eimsbüttel

Reinhard Schwarz, Stellingen – Ist in Altona alles besser? Diesen Eindruck könnte man angesichts neuester Gedankenspiele von Stellinger und Eidelstedter Grünen bekommen. Die wünschen sich nämlich einen Anschluss an Altona. Grund: Beide Stadtteile würden vom Bezirk Eimsbüttel seit Jahren arg vernachlässigt. Das Fass zum Überlaufen brachte die Schließung des Kundenzentrums in Stellingen.
„Es gibt zunehmend Stimmen in unserem Stadtteil, die mit der Eimsbütteler Politik äußerst unzufrieden sind. Ich höre schon, dass der Übertritt unserer Stadtteile zum Bezirk Altona diskutiert wird“, sagte Jürgen Kost (GAL). Die Parteikollegen Cornelia Mertens (Stellingen) und Horst Becker (Eidelstedt) würden dem nicht widersprechen.
Doch ist es in Altona eigentlich so viel besser? Gesche Boehlich, Chefin der GAL-Bezirksfraktion, gibt zu bedenken: „Wir kämpfen derzeit um den Erhalt des Kundenzentrums Blankenese, von Schließungen bedroht sind wir auch.“ Ähnlich sieht es Altonas Bezirkssprecher Nils Fischer: „Wir sind auch nicht das Land, in dem Milch und Honig fließen. Auch wir unterliegen den Sparvorgaben des Senats.“ Dieser müsse übrigens auch entscheiden, ob Stellingen wieder zu Altona kommt.
Wieder? Ja! Denn von 1927 bis 1937 gehörte Stellingen schon mal zu Altona, wenn auch nicht ganz freiwillig. Es wurde „zwangseingemeindet“. Altona war damals eine selbstständige Stadt, gehörte zu Preußen. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 unter den Nazis kam Altona zu Hamburg, und Stellingen wurde zu einem Hamburger Stadtteil.
Aber es gibt noch eine Möglichkeit: Dänemark. Schon vor Jahren hatten Stellinger beim Nachbarland angefragt, ob man wieder unter die Fittiche des Königsreichs kommen könnte. Das hätte Vorteile: Stellingen könnte wirtschaftlich eigenständig werden, indem es dänische Butter und dänischen Käse vertreibt, so wie einst die Stellinger Bauern – die „Bodderbuern“ – Hamburg und Altona mit Butter und Milch versorgten. Den Honig könnte man zur Not selbst erzeugen.
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