Stellingen: Wohnhäuser oder Wiese?

Um diese Wiese am Spannskamp wird gestritten: Die Schiffszimmerer-Genossenschaft will hier 70 Wohnungen in drei Bauten realisieren. Die Genossenschaftler, die dort wohnen, befürchten die Zerstörung ihres grünen Viertels, das zwischen Kieler Straße und Sportplatzring liegt. (Foto: rs)

Spannskamp: Genossenschaftsvorstand und Mitglieder ringen weiter um Bebauung

Reinhard Schwarz, Stellingen – Die Schiffszimmerer-Genossenschaft will Grünflächen in der Spannskamp-Siedlung bebauen, Genossenschaftsmitglieder wollen das verhindern. Im Streit um zusätzliche Wohnungen in Stellingen ist eine Lösung bisher nicht in Sicht.
Darum geht es: Die Genossenschaft plante ursprünglich 170 Wohnungen in der idyllischen Siedlung, nach Protesten der Mitglieder dampfte sie die Pläne ein. Unter anderem ließ die Genossenschaft Pläne für große Anbauten an bisherige Gebäude fallen. Doch an den anderen Vorhaben hält die Genossenschaft fest, erklärt Vorstand Herbert Alfeld: „Wir wollen im östlichen Bereich des Spannskamps etwa 70 Wohnungen zwischen den Hausnummern 32 und 30 bauen.“ Das wiederum will der Aktionskreis verhindern. Grund: Die Wiese sei eines der wenigen verbliebenen Grünareale und biete Platz zur Erholung und Raum für spielende Kinder. In einem Schreiben schlägt die Initiative eine Alternative vor: Die Genossenschaft könne doch das ebenfalls zur Bebauung vorgesehene Grundstück des jetzigen Kleingartenvereins 340 (Wittkamp) von der Stadt kaufen.
Die Genossenschaft habe bisher auf diesen Vorschlag nicht reagiert, erklärt Elsbeth Baumann vom Aktionskreis Spannskamp, einem Zusammenschluss von Aktiven. „Als Antwort kam lediglich die Mitteilung: ‚Vielen Dank für Ihre Vorschläge, wir werden bei Bedarf darauf zurückkommen’.“ Der Umgang der Verwaltungsspitze mit den Mitgliedern sei „herablassend“, kritisiert Baumann.
Schiffszimmererchef Alfeldt räumt ein, dass „die Genossenschaft in ihrer Informationspolitik Fehler gemacht“ habe, halte aber an dem Plan fest. Derzeit ruhe allerdings das Verfahren, das vom Bezirk geführt werde, erklärte SPD-Planungsexperte Rüdiger Rust. Aufgeschoben ist aber wohl nicht aufgehoben: Die Politik im Bezirk habe sich mehrheitlich für zusätzliche Wohnungen in dem Gebiet ausgesprochen, so Rust. „Hier wäre bezahlbarer Wohnraum möglich, weil die Genossenschaft keine zusätzlichen Flächen erwerben müsste.“
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Das Treibholz aus Finkenwerder | 11.05.2013 | 11:27  
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